Schweizer Zweitwohnsitze

Immobilienboom in den Bergen

Zweitwohnsitze in der Schweiz sind äußerst beliebt bei Investoren. Chancen gibt es für Anleger auch abseits der klassischen Urlaubsregionen. Aber Vorsicht: Nicht immer rechnen sich die Investitionen.
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Die Schweizer Fahne weht auf der Mittleren Brücke in Basel. Quelle: dpa

Die Schweizer Fahne weht auf der Mittleren Brücke in Basel.

(Foto: dpa)

ZürichWenn Anleger Urlaub von der Krise machen wollen, dann kommen sie gern in die Schweiz. Der Schweizer Franken ist als Fluchtwährung beliebt, nur mit Mühe stemmt sich die Notenbank mittels Kursgrenze gegen weiteren Aufwertungsdruck. Und gleich als doppelt stabil gilt vielen die Immobilienanlage im Land der Eidgenossen: als Investition in einen inflationssicheren Sachwert und als Anlage jenseits des krisengeschüttelten Euro-Raums. Der Eintrittspreis ins Stabilitätsparadies hat sich aber massiv verteuert.

Die Schweizer Notenbank warnt unablässig vor einer drohenden Immobilienblase. Marktexperten äußern sich nuancierter, räumen aber ein, dass eine Anlage in eine Schweizer Ferienimmobilie rein aus Rentabilitätsgesichtspunkten wenig sinnvoll ist.

"Die Frage, ob sich ein Investment in eine Schweizer Ferienimmobilie für einen Deutschen lohnt, hängt nicht nur von kurzfristigen Renditeüberlegungen ab", warnt Claudio Saputelli, Chef des Immobilien-Researchteams der Schweizer Bank UBS, "sondern auch von der Frage, was es einem Investor wert ist, ein Objekt in der Schweiz zu besitzen." Ähnlich äußert sich Patrick Schnorf, Experte der Immobilienberatung Wüest & Partner. "Es gibt gute Gründe für, aber auch gute Gründe gegen ein Investment in eine Ferienimmobilie in der Schweiz."

Zunächst die Pro-Argumente: "Für ein Investment spricht, dass andere Anlageklassen enttäuscht haben. Immobilien in der Schweiz bieten - je nach Region - ein hohes Sicherheitsniveau", meint Schnorf. Trotz der stark gestiegenen Preise - seit 2007 sind die Preise für Eigentumswohnungen, gerechnet in Schweizer Franken, im Schnitt um 30 Prozent gestiegen - erwartet er keinen baldigen Preissturz; dazu sei die Nachfrage zu robust.

Sprich - je länger die Euro-Krise anhält, desto länger wird der Preisanstieg andauern. Bei Ferienimmobilien gibt es zudem einen Sonderfaktor. In einer Volksabstimmung haben die Schweizer beschlossen, dass künftig in keiner Gemeinde mehr als 20 Prozent der Immobilien Zweitwohnungen sein dürfen. Damit wollen die Schweizer verhindern, dass vor allem die Ferienorte zu Geisterstädten mutieren. In klassischen Feriendestinationen wie St. Moritz kommt das einem Bauverbot für Ferienwohnungen gleich. Hier werde die Zweitwohnungsinitiative für weiter steigende Preise sorgen, sagt UBS-Experte Saputelli.

Blick nicht nur auf Top-Spots richten
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4 Kommentare zu "Schweizer Zweitwohnsitze: Immobilienboom in den Bergen"

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  • Natürlich kommen Schweizer nach Deutschland zum Einkaufen. Wer möchte denn z.b. das Kilo Schweinefielet für über 50 CHF kaufen wenn es das gleiche ein paar Kilometer weiter für einen Bruchteil gibt. - Nur ein Beispiel der Rosinenpickerei. Deutschland kauft auch Helerware und ist dadurch vergleichbar mit jedem gemeinen Dieb. Ansonsten ist Deutschland auch schuld an der Misere der Welt, weil wir in Deutschland ja alles falsch machen.

    Mag sein. Aber auch die Schweiz hat massive Strukturprobleme. Ich bin kein Schweizer, aber man hat mir erzählt, dass eine Frau bei Renteneintritt eine Mindestrente von über 3000 CHF / Monat bekommt, auch wenn sie nicht einen Tag gearbeitet hat! Ist das wahr?? Wenn ja, was bekommt sie denn wenn sie ihr leben lang 3000 CHF / Monat verdient hat? - Wer bezhlt das eigentlich?
    Und, mit wem ist eigentlich der vergleichbar, der Beihilfe zur Steuerhinzerziehung betreibt?

    Aber zurück zu den Immobilien: Die schweizer Notenbank betreibt schon seit vielen Jahren eine Niedrigzinspolitik - das was unsere EZB jetzt erst angefangen hat. Natürlich hat das Auswirkungen auf die Preise - nicht nur auf die der Immobilien. Dass die Schweiz so ein tolles und neutrales Land ist, wo alles sicher ist, versterkt diesen Effekt nur noch.

    Mal sehn wie lang das gut geht. Aber im zweifel ist die Schweiz offen von allen Seiten - offen für Geld von allen Seiten.

  • Die Schweizer Nationalbank hat einen grossen Teil der Euros längst in Dollars (Kanad, US, Australien) und Skandies (Norwegen Schwene) gewechselt

  • Irgendwie kann ich den Bericht auch nicht nachvollziehen. Habe noch nie so viele Schweizer gesehen, die nach Deutschland kommen, sei es zum Einkaufen, Essen und Urlaub machen. Ganz sicher ist es eine enorme Blase, die bald platzt. Ich selbst kenne einige Schweizer, die auswandern wollen .... nach Deutschland!!!!

  • JaJa und hätten die sich bei den schweizer Vermittlern, und seriösen Bankern mal richtig informiert, dann würden sie auch wissen dass sich in der Schweiz eine riesige Blase gebildet hat die bald zu platzen droht.

    Ja und euro Krise??? Vielleicht schnallt bald endlich jemand dass die Schweiz faule Euros zum drücken des Frankens gekauft hat...was passiert wenn der Euro crasht (und das wird er) kann sich jeder ausmalen der bis 3 zählen kann....

    Nicht alles was glänzt und so weiter.... Ich bin selbst halb Schweizer und sehe was sich da zusammenbraut, was viele Schweizer schon ahnen....genau deshalb schiessen die Preise momentan ins Nirvana und werden am Tag X alle zusammenkrachen. UBS und Cs werden ihre Leichen ebenso noch auf den Staat abladen müssen und dann ist eh sense. Manch einer lacht noch drüber aber es wird kommen... Warum wohl hauen momentan viele Schweizer nach Thailand, Canada und co ab?

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