Seniorenimmobilien
Pflegeheim dringend gesucht

Weil die durchschnittliche Lebenserwartung steigt und es immer mehr Hochbetagte gibt, betrachten Investoren Pflegeheime weiterhin als attraktive Anlageobjekte, doch sie tun sich schwer, passende Seniorenimmobilien zu finden.

MÜNCHEN. "Wir sehen einen Nachholbedarf auf der Angebotsseite und einen enormen Investitionsbedarf", sagt Martin Engel von der GE Healthcare Financial Services, die bisher rund 170 Mio. Euro in 13 Pflegeheime investiert hat. Allerdings "entsprechen die Produkte, die im Markt sind, nicht durchweg den Erwartungen der Investoren", gibt Albrecht von Malortie, Deutschlandchef der schwedischen Immobiliengesellschaft Kungsleden, zu bedenken. Kungsleden möchte bis zu 500 Mio. Euro in den deutschen Pflegemarkt investieren. Dabei stören von Malortie vor allem die Kleinteiligkeit der Betreiberlandschaft und der Umstand, dass die Hälfte aller deutschen Einrichtungen weniger als 60 Betten haben.

Laut Florian Schwalm von Ernst & Young Real Estate wollen Investoren ihr Geld in der Regel nur dann anlegen, wenn ein Heim mindestens 80 Plätze aufweist. Zudem erwarten sie eine Mietvertragslaufzeit von deutlich über zehn Jahren, eine zentrumsnahe Lage des Objekts und eine hervorragende Bonität des Betreibers. Treffen alle Faktoren zu, sind Investoren laut Schwalm bereit, für ein Pflegeheim das Zwölf- bis 13,5-fache einer Jahresmiete zu bezahlen.

Da es nicht einfach ist, passende Objekte zu finden, weichen Anleger nach Einschätzung Schwalms verstärkt darauf aus, in neue Heime zu investieren. "Eigentlich müssten wir das künftige Angebot selber kreieren", bestätigt Kungsleden-Chef von Malortie. Strittig unter den Fachleuten ist indes die Frage, wie groß der Bedarf an Pflegeheimen künftig sein wird. Gegen die These einer stark wachsenden Nachfrage sprechen für Schwalm der medizinische Fortschritt und die Tatsache, dass die Aufenthaltszeit in Pflegeheimen sinkt. Auf der anderen Seite erschweren es dem Berater zufolge die Erhöhung des Renteneintrittsalters und die Singularisierung der Gesellschaft, Pflegebedürftige zu Hause zu betreuen.

Wegen dieser differenzierten Entwicklung raten die Experten, sich nicht auf allgemeine Prognosen zu verlassen, sondern jeden einzelnen Standort genau unter die Lupe zu nehmen: "Es ist", sagt Stephan Mertens, Geschäftsführer des privaten Pflegeheimbetreibers Casa Reha, "ein sehr lokales Geschäft."

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