Silvester
Hohe Geldstrafen für private Feuerwerker

Die Silvesterfeier dürfte dieses Jahr für Feuerwerk-Fans. Ein neues Recht schränkt die Knallerei ein. In bestimmten Regionen wie auf Sylt ist das Feuerwerk sogar komplett verboten. Was Feuerwerker wissen sollten.
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AP FRANKFURT. Mit "Feuer frei" ist es vielerorts vorbei: Erstmals darf Silvesterfeuerwerk nicht mehr in unmittelbarer Nähe von Fachwerkhäusern und Reetdächern gezündet werden. Grund ist die zum 1. Oktober verschärfte Sprengstoffverordnung. Doch viele Städte gehen noch einen Schritt weiter: Zum Schutz ihrer historischen Gebäude versuchen sie, Böller und Raketen gleich ganz aus den Citys zu verbannen.

Beispiel Tübingen: Hier sorgte eine Rakete beim letzten Jahreswechsel für einen Brand mit hohem Sachschaden. Deshalb einigten sich Oberbürgermeister und Rat auf ein totales Feuerwerksverbot für die Altstadt. "Wir setzen auf Aufklärung und Kooperation", betont der Erste Bürgermeister Michael Lucke. Mit Faltblättern wolle man in Gaststätten und Böller-Verkaufsstellen auf das Verbot aufmerksam machen. Außerdem werden Warnschilder an allen Eingängen zur Altstadt aufgestellt. Zudem sollen Polizei und Ordnungsamt in der Silvesternacht verstärkt kontrollieren.

Bei Fahrlässigkeit Haftung für Schäden

Ein ähnliches Verbot gibt es im niedersächsischen Northeim: "Wir hatten in diesem Jahr schon vier Großbrände und wollen weitere Feuer unbedingt vermeiden", begründete Bürgermeister Harald Kühle (SPD) das Verbot, das für einen halben Quadratkilometer Stadtfläche gilt. "Unsere alten Fachwerkhäuser müssen erhalten bleiben und sind durch Böller besonders gefährdet", betont Kühle. Auch hier sollen städtische Bedienstete und Polizei verstärkt kontrollieren. Vor Verstößen gegen Feuerwerksverbote warnt der Verbraucherschutzverein "Wohnen im Eigentum": "Wer sich fahrlässig verhält oder gar gegen bestehende Gesetze und Verordnungen verstößt, muss in der Regel für den Schaden haften", betont Rechtsreferentin Sandra Weeger-Elsner.

Neben Krankenhäusern, Kinder- und Altenheimen war das Abschießen von Raketen schon länger tabu. "Seit dem 1. Oktober 2009 ist auf Wunsch der Bundesländer auch das Abbrennen von Feuerwerk in unmittelbarer Nähe von Reet- und Fachwerkhäusern verboten", erklärt ein Sprecher des Bundesinnenministeriums. Was "in unmittelbarer Nähe" genau heißt, bleibt aber unklar: Dies müsse jeweils vor Ort festgestellt werden.

Komplett verboten ist Feuerwerk auf der Insel Sylt: Wegen der für die Insel typischen Reetdächer dürfen eigentlich keine Raketen und Böller gezündet werden. "Dies gilt für die gesamte Insel, auf dem Strand wird aber ein Auge zugedrückt", sagt Jörg Elias vom Sylter Tourismus-Service.

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  • @ Hb-Redaktion

    Feuerwerker sind Munitionssachverständige, die Munition fach- und sachgerecht räumen und unschädlich machen. Diejenigen, die Feuerwerke abbrennen, nennen sich Pyrotechniker. Sie sind nach abgenommener Fachkunde- weiterer Prüfungen und Erfahrungsmachweisen berechtigt Feuerwerke nach Vorgaben des deutschen Sprengstoffrechts abzubrennen. Die Fachkunde muß regelmäßig nachgewiesen werden.

    Das, was wir jedes Jahr zu Silvester veranstalten hat damit herzlich wenig zu tun und das Abbrennen von Silvesterfeuerwerk in Gegenden mit überwiegend oder ausschließlich weich gedeckten Häusern ist grundsätzlich verboten. Wenn das Amt Landschaft Sylt „am Strand ein Auge zudrückt“, ist das lediglich darauf zurück zu führen, daß es für einen nächtlichen Einsatz kein Personal gibt dieses Verbot durchzusetzen. Ein eventueller Raketentreffer geht zu Lasten des Hauseigentümers und der Gemeinschaft der Gebäudeversicherten.

  • Oh Gott - jetzt auch das Handelsblatt: Es heißt "Silvester", nicht "Sylvester". Sylvester ist und bleibt falsch!

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