Sinkende Immobilienpreise
Deka rechnet mit Schnäppchen bei Gewerbeimmobilien

Die Finanzkrise sorgt für kurzfristig sinkende Preise. Die Dekabank rechnet deshalb mit günstigen Kaufgelegenheiten bei gewerblichen Immobilien. Der zentrale Fondsanbieter der Sparkassen spricht dabei von einer gesunden Korrektur am Finanzmarkt.

FRANKFURT. "Ich glaube, dass sich bereits erste Chancen ergeben", sagt Deka-Immobilienvorstand Matthias Danne. Hochgradig fremdfinanzierte Immobilieninvestoren hätten sich als Käufer zurückgezogen. Der ein oder andere von ihnen stehe zudem unter Druck, sich von teuer erworbenen Engagements zu verabschieden. "Wir werden Gelegenheiten selektiv und antizyklisch nutzen", kündigt Danne an. Dies gelte auch für Objekte in den zuletzt überhitzten Märkten wie Spanien, Großbritannien oder den USA.

Die Finanzkrise hat dazu geführt, dass der bis Mitte 2007 noch starke Wettbewerb um Gewerbeobjekte deutlich nachgelassen hat. Zugleich zeigt sich insbesondere in den USA eine Abschwächung der Mietnachfrage. Sie brach in den ersten drei Monaten 2008 förmlich ein. Nach Zahlen des Beraternetzwerkes Colliers International wurden knapp 350 000 Quadratmeter weniger vermietet, als durch Umzüge frei wurden. Im Schlussquartal 2007 war der Saldo noch deutlich positiv. Und auch die Leerstandsquoten erhöhten sich zuletzt.

Danne sieht in der aktuellen Entwicklung aber eine gesunde Korrektur: "Den Gewerbeimmobilienmärkten droht keine Spekulationsblase." Ansteckungseffekte zwischen dem in der Krise steckenden privaten US-Häusermarkt seien äußerst unwahrscheinlich.

Für die meisten europäischen und amerikanischen Standorte erwartet die Deka, dass die Mieten auf mittlere Sicht zumindest konstant bleiben oder sogar noch zulegen. Von 2009 bis 2012 dürfte der Gesamtertrag von Investitionen in europäische Gewerbeimmobilien bei gut vier Prozent jährlich liegen. Für die USA geht das zum Sparkassenverbund gehörende Institut sogar von 4,5 Prozent aus.

Mit Blick auf die Nachfrage nach den offenen Immobilienfonds aus eigenem Hause zeigte sich Danne zufrieden. Insgesamt sei man seit Januar dabei, 1,5 Mrd. Euro bei den Anlegern einzusammeln. Bei einigen Fonds wie dem Deka Immobilien Europa, dem Deka Immobilien Global und dem WestInvest Interselect seien die Kontinente bereits ausgeschöpft. In der Folge werde der Vertrieb gedrosselt. Damit soll überschüssige Liquidität, die die Rendite mindern würde, vermieden werden.

Im Segment Immobilienfinanzierung kommt die Deka nach Dannes Worten dank der Krise schneller als geplant voran. Wegen des Rückzugs vieler Investmentbanken ließen sich derzeit bei hohen Margen relativ risikoarme Finanzierungen abschließen. Alleine im Auftaktquartal habe die Bank rund eine Mrd. Euro an Neuzusagen abgegeben, nachdem es 2007 insgesamt 2,7 Mrd. Euro waren. Den Kreditbestand bezifferte Danne auf rund 5,6 Mrd. Euro. Mit dem jüngsten Zuwachs schneidet die Deka besser ab als viele Konkurrenten. Diese mussten wie etwa die Aareal im Neugeschäft zu Jahresbeginn einen kräftigen Rückgang hinnehmen.

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