Skandinavien bleibt ein interessanter Markt
IVG: Immobilienmärkte bleiben schwach

IVG-Vorstandschef Eckart John von Freyend macht ein Ende der Schwächephase auf den europäischen Immobilienmärkten und vor allem in Deutschland sobald nicht aus: „Die Zeiten bleiben schwierig. Eine konkrete Nachfragebelebung ist nicht vor 2005 oder 2006 zu erwarten.“

HB DÜSSELDORF. Ein Ende der Schwächephase auf den europäischen Immobilienmärkten und vor allem in Deutschland macht der Chef der größten börsennotierten Immobiliengesellschaft in Deutschland sobald nicht aus: „Die Zeiten bleiben schwierig. Eine konkrete Nachfragebelebung ist nicht vor 2005 oder 2006 zu erwarten.“

Dennoch hält der Chef der größten größten börsennotierten Immobiliengesellschaft in Deutschland an der Gewinnprognose für 2003 fest. Danach soll der Jahresüberschuss nur unwesentlich hinter den im Vorjahr erzielten 70 Millionen Euro zurückbleiben Das Geschäft laufe ungeachtet der schwierigen Zeiten nicht zuletzt dank der langlaufenden Mietverträge gut.

Mit Ausnahme von Brüssel, dessen Immobilienmarkt nicht zuletzt wegen der EU-Osterweiterung keine Schwäche erkennen lasse, verzeichneten die großen Metropolen Europas rückläufige Tendenzen. „Die Preise gehen deutlich nach unten, die Leerstände nehmen zu“, sagte der IVG-Chef. In London beispielsweise lägen die Mieten für Top-Bürolagen derzeit bei 85 Euro je Quadratmeter. 2001 waren es noch 120 Euro. In Deutschland seien vor allem Frankfurt und Berlin schwierige Märkte.

Die mit schwachen Märkten einhergehenden niedrigen Immobilienpreise sieht John von Freyend auch als Chance: „Wir betreiben ein langfristiges Geschäft. Man muss kaufen, wenn es billig ist.“ Potenzial sieht der IVG-Chef noch in Skandinavien. „Im Moment ist Nordeuropa spannend. Dort gibt es besonders stabile Volkswirtschaften, wenn auch die Märkte kleiner sind.“ Städte wie Kopenhagen oder Stockholm seien eher vergleichbar mit Düsseldorf oder Stuttgart als mit Berlin oder Paris.

Anfang Oktober war IVG durch den Kauf der finnischen Immobilienfirma Polar Real Estate in den Immobilienmarkt in Helsinki eingestiegen. Polar ist John von Freyend zufolge ein Beispiel für die Investitionsstrategie der IVG: „Statt in einzelne Gebäude zu investieren versuchen wir, ganze Portfolios zu kaufen.“ Über das geplante Investitionsvolumen im nächsten Jahr wollte der IVG-Chef keine konkreten Angaben machen. „Wir haben bislang immer mehr investiert als desinvestiert. Davon wird sich der Zukunftsplan nicht unterscheiden“, sagte er.

Der Trend zu mehr Eigenvorsorge für die Rente wird nach John von Freyend in den nächsten Jahren auch eine erhöhte Nachfrage nach Immobilien zur Folge haben, vor allem nach den schlechten Erfahrungen vieler Privatleute mit dem Aktiengeschäft. „In Zukunft wird es aber weniger direktes, dafür mehr indirektes Immobilieneigentum geben“, ist der IVG-Chef überzeugt. Das Interesse an offenen und geschlossenen Immobilienfonds werde spürbar wachsen. Bei Büro-Immobilien halte bei den Unternehmen der Trend zum Verkauf eigener Immobilien vor dem Hintergrund des so genannten „Corporate Outsourcing“ an. In den USA hielten nur noch 25 Prozent der Unternehmen ihren Firmensitz in der Bilanz. In Deutschland seien das noch 75 Prozent. „Das wird sich ändern“, ist John von Freyend überzeugt.

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