Sorge vor Preisrückgängen
Heiße Immobilienmärkte kühlen schnell ab

In den USA fürchten Marktteilnehmer, dass die Immobilienpreisblase platzen könnte. Wie gebannt schauen Investoren, Notenbanken und Analysten auf neue Zahlen vom Immobilienmarkt, um festzustellen, ob es zu einer weichen Landung oder zu einem Crash kommt. Zunehmend wird die gleiche Frage jedoch auch in Europa virulent, wo die Übertreibungen in den letzten Jahren in manchen Ländern noch stärker waren als in den USA.

FRANKFURT. Am gestrigen Dienstag wurde bekannt gegeben, dass der mittlere Preis gebrauchter Häuser in den USA im Oktober 3,5 Prozent niedriger lag als vor einem Jahr. Noch vor wenigen Monaten hatten die meisten Analysten es als unwahrscheinlich bezeichnet, dass die Immobilienpreise auf nationaler Ebene deutlich fallen könnten. Möglicherweise sind einige europäische Märkte auf dem gleichen Pfad.

Einer Zusammenstellung nationaler Daten der Investmentbank Barclays Capital zufolge sind die Preise in den „heißen“ Immobilienmärkten des Euro-Raums zuletzt kaum noch gestiegen, und die jährliche Preissteigerung hat sich damit auf einstellige Raten abgeschwächt. Im Euro-Raum insgesamt ging die Preissteigerungsrate den Daten zufolge von 8,7 Prozent im ersten Quartal auf 6,6 Prozent im dritten Quartal zurück. Im laufenden Vierteljahr dürfte sie nach Schätzungen der Bank auf 6,0 Prozent fallen.

In Frankreich, wo die Hauspreisinflation bereits vor zwei Jahren mit 19,1 Prozent ihren Gipfel erreicht hatte, betrug sie im dritten Quartal nur noch 7,7 Prozent. In Spanien sank die Rate von 18,4 Prozent Anfang 2004 auf 9,8 Prozent und dürfte nach Barclays-Schätzung im vierten Quartal nur noch bei sechs Prozent liegen. In Italien ging die Rate von 10,8 auf 6,6 Prozent zurück, in Irland allein in den letzten drei Quartalen von 17,8 auf 12 Prozent.

In Irland haben sich die Immobilenpreise seit 1997 etwa vervierfacht, in Spanien verdreifacht und in den meisten anderen Ländern etwa verdoppelt. In Deutschland, das mit Österreich den schwächsten Immobilienmarkt aufweist, liegen die Preise trotz einer leichten Erholung immer noch etwas niedriger als 1997.

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