Sparkassen übernehmen keine Anteile.
Dekabank muss Fondskrise allein bewältigen

Die zum Sparkassenlager gehörende Dekabank soll nach dem Willen ihrer Eigentümer den unter Liquiditätsnot leidenden Deka-Immobilienfonds alleine sanieren.

mm/pk FRANKFURT/M. Dazu kann sie unbegrenzt Anteile des Fonds, die verunsicherte Anleger zurückgeben, in den eigenen Bestand übernehmen. Ursprünglich war vorgesehen, dass die Sparkassen und Landesbanken, die hälftig an der Deka beteiligt sind, sowie die Dekabank selbst jeweils Anteile von bis zu einer Mrd Euro übernehmen sollten. Doch offenbar waren die Eigentümer nach einer dreistündigen Krisensitzung gestern Abend nicht bereit, diesen Plan mitzutragen. Über personelle Konsequenzen sei nicht diskutiert worden, hieß es aus dem Teilnehmerkreis. Die Position von Deka-Chef Axel Weber habe zu keinem Zeitpunkt zur Diskussion gestanden.

Der überwiegend in Deutschland investierte Deka-Immobilienfonds war im bisherigen Jahresverlauf durch Netto-Abflüsse in Höhe von knapp 1,7 Mrd. Euro in eine technische Liquiditätskrise geraten. Die hinkende Wertentwicklung und die Verwicklung eines Geschäftsführeres der Immobilientochter in den Frankfurter Korruptionsskandal hatten zur massenhaften Rückgabe von Anteilsscheinen geführt.

Die gestrige Sitzung, die ursprünglich auf eine Stunde terminiert war, dauerte von 17 bis 20 Uhr. Für den von Dekabank-Vorstandschef Axel Weber vorgeschlagenen „Dreiklang“ fand sich in der Sitzung offenbar keine Mehrheit. Weber hatte vor der Sitzung angeregt, dass die Landesbanken, Sparkassen und die Dekabank jeweils für bis zu einer Mrd. Euro Anteile zurücknehmen. Stattdessen muss die Dekabank laut einstimmigem Beschluss die Last nun alleine schultern.

„Es wurden verschiedene Vorschläge erörtert und dahingehend geprüft, ob sie ausreichen“, so Weber in der Pressekonferenz nach dem Treffen. Da die Sparkassen und Landesbanken jeweils 50 Prozent an der Dekabank besitzen, beteiligen sie sich jetzt aber indirekt an der Sanierung.

Verwaltungsratschef und Sparkassenpräsident Dietrich Hoppenstedt stellte klar, dass eine Schließung des Fonds oder eine zeitweilige Aussetzung der Anteilsrücknahme unter keinen Umständen in Betracht kämen. Für die jetzige Lösung gebe es auch keine zeitliche Befristung.

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