Stadtentwicklung
Kaiserbad wird Bürostandort

Einst war Bad Homburg der Kurort der Kaiser und Könige. Doch zwei Weltkriege vertrieben die prominenten Kurgäste und Spieler aus aller Welt. Heute zieht die Stadt zwar noch immer Kurgäste an. Wichtiger sind aber die Pendler, die an dem Bürostandort Bad Homburg arbeiten. Eingeleitet haben diese Entwicklung die Stadtplaner.

FRANKFURT. 41 000 Menschen kommen täglich nach Bad Homburg um zu arbeiten, 10 000 verlassen die Stadt aus gleichem Grund. Ein außergewöhnliches Verhältnis für eine Stadt im Speckgürtel Frankfurts.

Eingeleitet haben diese Entwicklung die Stadtplaner durch den Ausweis attraktiver Bürostandorte. Aktuell im Mittelpunkt steht ein Areal, das als Bindeglied zwischen dem unter Denkmalschutz stehenden Bahnhof und der Innenstadt mit der Einkaufsmeile Louisenstraße erschlossen werden soll. Diese Gewerbepark Mitte genannte, 54 Hektar (ha) große Fläche umfasst unter anderem ein ehemaliges Bahngelände, das noch umgewidmet wird und das Grundstück des früher dort ansässigen Industrieunternehmens Mahle, das bereits zum Teil neu bebaut worden ist. Die Stadt will mit ausreichenden Grünflächen eine ansprechende Infrastruktur schaffen. „Diese Lage bietet für Unternehmen einen sehr guten Mikrostandort durch die unmittelbare Nähe zur Innenstadt“, erklärt José Martinez, Leiter Bürovermietung bei Atisreal. Erfahrungen aus Großstädten haben gelehrt, dass isolierte Bürostandorte schlechter zu vermarkten sind, als Objekte mit Anbindungen an Einkaufsstraßen.

Im Gewerbepark Mitte selbst sollen Dienstleister, aber keine Einzelhändler angesiedelt werden. Zwar stehen bereits die ersten neuen Gebäude und sind vermietet. Allerdings werden noch Investoren gesucht. Am 1. April zog Bridgestone in die neu errichtete Zentrale auf dem ehemaligen Mahle-Gelände.

Auch der Umzug der Deutschlandzentrale des weltweit tätigen Pharmaunternehmens Lilly steht fest. Ende 2007 sollen die mehr als 500 Mitarbeiter in ein neues Gebäude im Bad Homburger Gewerbegebiet Mitte umsiedeln. „Wir haben uns ganz klar für den Standort Bad Homburg entschieden, da er dieselben infrastrukturellen Vorteile wie Frankfurt bietet, nur ohne die Verkehrsprobleme“, begründet Christopher Wiegand, Pressereferent von Lilly Deutschland die Wahl.

Lilly zählt als Pharmaunternehmen zur zukunftsträchtigsten Branche der Kreisstadt. „Bad Homburg ist als Kurort ein exzellenter Standort für den Gesundheitssektor“, weiß auch Martinez. Die Branche hat dort schon lange Gewicht. Altana und Fresenius haben ihre Zentralen in der Stadt.

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