Städteranking Die Deutschen zieht es in den Osten

Wohnen in den Städten ist teuer. Doch das bricht den Trend vom Zuzug in die Metropolen nicht. Wer sich das Leben in München und Co. nicht leisten kann, sucht sich urbane Alternativen. Viele finden sie offenbar im Osten.
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Deutschlands Städte mit glänzender Zukunft
Platz 12: Münster
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Kein Wunder, dass die Münsteraner so gerne Fahrrad fahren. Bei den Standortfaktoren wie Erreichbarkeit und Innovation schneidet Münster im Ranking des hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI) und der Privatbank Berenberg nicht besonders gut ab. Abzuschrecken scheinen diese Standortfaktoren die Münsteraner trotzdem nicht – immer mehr leben und arbeiten in der Stadt. Zumindest hinsichtlich der ökonomischen Leistungsfähigkeit kann Münster punkten. Das Ranking vergleicht die 30 größten Städte Deutschlands. Für die Rangliste der Studie werden seit 2008 alle zwei Jahre Standortfaktoren wie Bildung, Innovation, Internationalität und Erreichbarkeit sowie die Entwicklung von Produktivität und Bevölkerung analysiert.

Platz 11: Nürnberg
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Als Folge des bayrischen Schulsystems schwächelt Nürnberg laut Studie besonders hinsichtlich des Faktors Bildung. Nur 30,5 Prozent der Schulabgänger besitzen demnach die (Fach-)Hochschulreife. Dafür wird die Stadt gerne von Touristen besucht und kann entsprechend bei der Internationalität punkten.

Platz 10: Düsseldorf
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Insbesondere in Nordrhein-Westfalen entwickelten sich einige der 30 deutschen Großstädte nach wie vor unterdurchschnittlich – das meint zumindest HWWI-Direktor Henning Vöpel. Acht der 13 Städte aus dem bevölkerungsreichsten Bundesland finden sich im unteren Drittel der Rangliste. Düsseldorf gehört nicht dazu und überzeugt vor allem durch exzellente Anbindungen ins Ruhrgebiet und Rheinland. Ein besonderes Plus ist außerdem der internationale Flughafen. Trotzdem stehen andere Städte noch wesentlich besser dar.

Platz 9: Stuttgart
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Die Landeshauptstadt Baden-Württembergs punktet vor allem beim Standortfaktor. Firmen wird in Schwaben eine hohe Innovationsfähigkeit nachgesagt. Außerdem arbeiten in Stuttgart einige kluge Köpfe. Nach München weist die Stadt den zweithöchsten Anteil Beschäftigter mit akademischem Abschluss auf. Wenn das nicht auf eine erfolgreiche Zukunft hindeutet.

Platz 8: Hamburg
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Nicht nur die neue Elbphilharmonie glänzt, Hamburgs Zukunftsaussichten ebenfalls. Besonders über den Standortfaktor konnte die Metropole im Vergleich zu den anderen Städten Boden gutmachen. In den Bereichen Bildung, Innovationsfähigkeit und Erreichbarkeit befindet sich Hamburg unter den Top Ten der größten 30 Städte.

Platz 7: Wiesbaden
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Die über 280.000 Einwohner starke Stadt Wiesbaden lockt Unternehmen vor allem mit dem Potenzial für junge Arbeitnehmer. Immer mehr Schulabgänger der hessischen Landeshauptstadt erhalten die Hochschulreife. Seit der letzten Studie hat sich Wiesbaden somit um vier Ränge nach oben gearbeitet und befindet sich nun wieder – wie in den Jahren 2008 bis 2013 – unter den acht besten Städten.

Platz 6: Köln
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Köln, seit 2010 Millionenstadt, zieht auch heute noch viele Bürger in den Bann. Der Rheinmetropole wird weiterhin ein hohes Bevölkerungswachstum vorausgesagt. Bis 2030 sollen es 50.000 Einwohner mehr werden. Daneben zehrt die Karnevalshochburg vor allem von ihren Standortvorteilen im Herzen Nordrhein-Westfalens.

FrankfurtDass Florian (Name von der Redaktion geändert) mit seinem Umzug einmal zum Trendsetter wird, damit hätte er vermutlich nicht gerechnet. Und doch ist es so gekommen. Vor drei Jahren zog der Endzwanziger nach seinem Studium in Augsburg nach Dresden. München, eine Stadt, für die er insgeheim schon immer schwärmte, wäre zwar schön gewesen. Doch in Dresden hat er Arbeit und bezahlbaren Wohnraum gefunden. Wochenenden verbringt er häufig im Elbsandsteingebirge. Die Lebensqualität stimmt. Für ihn gibt es keinen Grund, hier wegzuziehen.

Genau das macht ihn zum Trendsetter. Denn die Stadt an der Elbe gehört zu den Gewinnern des aktuellen Städterankings, das das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut gemeinsam mit der Privatbank Berenberg erstellt hat. Das Ranking vergleicht die 30 größten Städte Deutschlands. Die Bewertung setzt sich aus drei Teilindizes zusammen, dem Trend-, Demografie- und dem Standortindex. Dabei analysieren die Forscher Faktoren wie das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf, die Entwicklung der Erwerbstätigen, die Bildungsabschlüsse, die Anbindung des Nah- und Fernverkehrs sowie natürlich den Bevölkerungszuwachs.

Dabei landet die sächsische Landeshauptstadt auf Rang vier. Von den drei ostdeutschen Städten schneidet Leipzig auf Rang zwei sogar noch besser ab. Das Ranking reiht sich damit ein in eine Vielzahl von Beobachtungen: Die ostdeutschen Metropolen werden immer beliebter.

Die Entwicklung reiht sich ein in den Megatrend der Urbanisierung. Trotz aller Spekulationen, dass die zunehmende Digitalisierung das Landleben wieder attraktiver macht, zeigen die Wanderungsbewegungen ein gänzlich anderes Bild: Die Deutschen zieht es in die Stadt.

Und das hat einen einfachen Grund: Hier finden sie Arbeit. Wenn der Ökonom Adam Smith sein im 18. Jahrhundert verfasstes Standardwerk der Volkswirtschaft „Der Wohlstand der Nationen“ heute schriebe, würde es vermutlich „Der Wohlstand der Städte und Regionen heißen“, mutmaßt Henning Völpel, Professor und Geschäftsführer des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI). „Städte sind der Wachstumstreiber unserer Volkswirtschaft“.

Nirgendwo macht sich das stärker bemerkbar als in den ostdeutschen Städten Leipzig und Dresden. Denn, so erklärt Völpel, der Zuzug dort geschieht auch auf Kosten des strukturschwachen Umlandes. In anderen Worten: Weil junge Menschen in der Peripherie keine Perspektive mehr haben, zieht es sie in die Städte. Die einen mehr, die anderen weniger freiwillig.

An der Spitze des Rankings steht München vor Leipzig. Frankfurt komplettiert das Treppchen. Damit führt die bayrische Landeshauptstadt zum zweiten Mal in Folge die Liste an. Zuvor war Frankfurt in der seit 2008 eingeführten zweijährigen Untersuchung Seriensieger.

Bautätigkeit hinkt fast überall hinterher
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