Städteranking
Die Deutschen zieht es in den Osten

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Verlierer des Städterankings

In Friedrichshain-Kreuzberg, herrsche ein regelrecht „investorenfeindliches“ Klima, schimpft Jacopo Mingazzini, Geschäftsführer des Immobiliendienstleisters Accentro. Das Unternehmen hat sich auf die Privatisierung von Wohnungen spezialisiert. In besagtem Stadtteil fühlten sich Bauträger durch immer neue Milieuschutzmaßnahmen „gegängelt“. Die Folge: Der Wohnungsmangel könne nicht gelindert werden. Immer mehr Bauträger wandern ins Umland ab.

Wer gerade noch in der Findungsphase der passenden Stadt für sich ist, sucht sich womöglich gleich bezahlbarere Alternativen. Und die finden sie noch in Städten wie Leipzig oder Dresden. Zum Vergleich: Im Durchschnitt wechselte eine Wohnung in Leipzig im vergangenen Jahr für 179.844 Euro den Besitzer. In München – den unangefochtenen Spitzenreiter – mussten Käufer hingegen 426.140 Euro im Mittel zahlen. Das geht aus dem Accentro-Wohneigentumsreport hervor, der sich auf die Daten der Gutachterausschüsse stützt.

„Mit Leipzig, Erfurt und Rostock dominieren drei ostdeutsche Städte die Verkaufsentwicklungen im Zehn-Jahres-Rückblick“, stellt Jacopo Mingazzini, Geschäftsführer des Immobiliendienstleisters Accentro fest. Zuspruch bekommt der Trend auch von einer Untersuchung von TLG Immobilen und Wüest und Partner, die den Bedarf an Büroflächen in den kommenden fünf Jahren in mittelgroßen Städten analysiert haben. Leipzig landet hier nach Hannover auf Platz zwei, Dresden auf Platz vier.

Das Beispiel Chemnitz zeigt hingegen, dass ganz sicher nicht alle Städte in Ostdeutschland boomen. Zwar schafft es der bis dato Dauerletzte in diesem Jahr, sich auf den Vorletzten Platz vorzuarbeiten. Ein großer Sprung nach vorn ist das freilich nicht. Als Listenletzter wurden die Sachsen von Gelsenkirchen abgelöst. Duisburg landet auf dem drittletzten Rang.

Auch wenn Völpel vom HWWI nicht von einem echten Verlierer sprechen will, schließlich seien alle Städte im Ranking gewachsen und hätten Fortschritte gemacht, ihre Attraktivität zu steigern. Über eine Tatsache kann dies aber nicht hinwegtäuschen: Im Wettbewerb um kluge Köpfte und damit dem Potenzial für Produktivität hinken sie Städten wie München, Leipzig oder Frankfurt weit hinterher.

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