Starker Dollar provoziert hohe Mittelabflüsse
Kanam schließt offenen US-Immobilienfonds

Kanam hat die Rücknahme von Anteilen an dem offenen Immobilienfonds Kanam US-Grundinvest für drei Monate ausgesetzt. Grund ist der rapide Mittelabfluss: Seit Anfang Dezember ist die Liquiditätsquote des Fonds von 31,5 auf nun noch knapp mehr als 10 Prozent abgeschmolzen.

DÜSSELDORF. Die deutsche Investmentgesellschaft Kanam hat die Rücknahme von Anteilen an dem offenen Immobilienfonds Kanam US-Grundinvest für drei Monate ausgesetzt. Grund ist der rapide Mittelabfluss. Anfang September betrug die Liquiditätsquote des Fonds noch 31,5 Prozent. Jetzt ist die Quote offensichtlich auf knapp mehr als die gesetzliche Grenze von zehn Prozent abgeschmolzen. Ausschlaggebend für die Rückgabe von Anteilen sei vor allem der starke Anstieg des Dollars gewesen, sagte ein Kanam-Sprecher.

Die Situation ist nicht mit der Anfang 2006 vergleichbar, als Fonds der Deutschen Bank und von Kanam zeitweise geschlossen waren und Anleger auch aus anderen Fonds flüchteten. Damals waren erwartete kräftige Abwertungen der Immobilien der Auslöser.

In diesem Fall gilt: Der Kanam US-Grundinvest ist der einzige offene Immobilienfonds, bei dem die Anleger ihr Geld in Dollar statt in Euro einzahlen. Der Dollar gewann in den vergangenen drei Monaten knapp 20 Prozent an Wert gegenüber dem Euro. Damit konnten Anleger binnen weniger Wochen hohe Gewinne einfahren. Zudem ist der Fonds mit einem Volumen von 610 Mio. Dollar und etwas mehr als 1,1 Mrd. Euro Immobilienvermögen relativ klein.

"Andere Fonds dürften nicht betroffen sein", sagte ein Sprecher des Branchenverbandes BVI. Auch Misstrauen gegenüber dem US-Immobilienmarkt ist kein Grund auszusteigen. Während der Kanam-Fonds zu 100 Prozent in den USA und Kanada investiert ist, beträgt der Anteil der US-Gebäude in allen Fonds im Schnitt nur 3,85 Prozent.

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