Starkes regionales Gefälle im Preisniveau
Makler erwarten weiter fallende Immobilienpreise

Die Immobilienpreise in Deutschland werden nach Einschätzung des Rings Deutscher Makler (RDM) auch in den kommenden zwei Jahren fallen.

HB BERLIN. „Wir sind noch nicht im Tal angelangt“, sagte RDM-Präsident Johannes-Peter Henningsen am Mittwoch in Berlin. Im vergangenen Jahr sei die Nachfrage nach Wohnungen und Eigenheimen erneut gesunken. Je nach Lage habe der Verband Preisrückgänge von bis zu 30 Prozent beobachtet. Der Durchschnittspreis für ein Einfamilienhaus in normaler Lage liege derzeit bei 220 000 Euro und damit um 1,5 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Der Preis für eine mittlere Eigentumswohnung ging dem RDM zufolge um 2,7 Prozent auf 1080 Euro pro Quadratmeter zurück. Der RDM erhebt jährlich die Kaufpreise für Immobilien in 270 Städten.

Für das insgesamt lahmende Geschäft machte Henningsen die generelle Verunsicherung der Bürger verantwortlich. Die sonst nach Einbrüchen auf dem Aktienmarkt üblichen Kapitalströme in die Immobilienbranche seien ausgeblieben, das gesamte Transaktionsvolumen habe mit 140 Mrd. Euro stagniert. Der RDM machte dafür auch die Banken verantwortlich. So würden bei fast allen Instituten bei der Immobilienfinanzierung oder der Verlängerung von Krediten zusätzliche Sicherheiten verlangt.

Der Verband beobachtete ein starkes regionales Gefälle im Preisniveau. Bei vergleichbaren Einfamilienhäusern liege die Preisspanne bei 400 000 Euro. Generell seien die Immobilien in Süddeutschland teurer als im Norden und Osten Deutschlands und kosteten Wohnungen in Ballungsgebieten mehr als auf dem Land. Spitzenreiter ist München. In der bayerischen Landeshauptstadt wird das normale Einfamilienhaus mit 485 000 Euro veranschlagt, bei gutem Wohnwert mit 680 000 Euro. An der Isar steigen die Preise entgegen dem Trend sogar leicht an. Auch Stuttgart, die Rhein-Neckar-Region sowie Universitätsstädte fallen dem RDM zufolge durch ein hohes Preisniveau auf.

An der Küste ist Wohneigentum deutlich preiswerter. In den alten Bundesländern kostet das durchschnittliche Haus 162 000 Euro, mit gutem Wohnwert 217 000 Euro. Hier sind die Verkaufserlöse mit einem Minus von bis zu 2,4 Prozent stärker gefallen. Am teuersten Standort in Norddeutschland, Hamburg, kommen die Käufer mit 260 000 Euro beziehungsweise 330 000 Euro an ein Eigenheim. In den neuen Bundesländern sind Einfamilienhäuser mit 142 000/195 000 Euro um ein Drittel billiger als im westdeutschen Durchschnitt. Dresden ist der teuerste Standort im Osten, abgesehen vom Ostseebad Warnemünde, wo für ein mittleres Eigenheim derzeit 300 000 Euro verlangt werden, 50 000 Euro mehr als im vergangenen Jahr.

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