Steigerungen werden nur noch in Murcia und an der Costa de la Luz erwartet – Deutsche Käufer sind zurückhaltend
Stabile Preise für Ferienhäuser in Spanien

Der spanische Markt für Ferienhäuser, bisher einer der weltweit attraktivsten, konsolidiert sich. Nach starken Preissteigerungen in den vergangenen zehn Jahren gerät die Wertentwicklung der Wohnungen mit Blick aufs Meer in den meisten Küstenregionen sowie auf den Kanarischen Inseln und den Balearen ins Stocken. An einigen Orten gehen die Preise sogar zurück. Das gilt vor allem für die besonders bei den Deutschen beliebte Costa del Sol rund um Alicante.

HB MADRID. Ursache für die Stagnation der Preise ist insbesondere die deutlich schwächer gewordene Nachfrage. Nach Studien der Unternehmensberatungsgesellschaft DBK werden in diesem Jahr nur 175 000 neue Wohnungen an der Küste verkauft, 2004 waren es noch 181 000. Der Anteil ausländischer Käufer liegt bei circa 40 Prozent, doch die DBK-Berater bezweifeln, dass diese in den kommenden Jahren im gleichen Umfang wie bisher investieren werden. Denn vielerorts, so die Beobachtung, stimme das Preis-LeistungsVerhältnis nicht mehr, ein weiterer Grund, warum vor allem von deutscher Seite das Interesse deutlich nachgelassen hat. Stärkste Käufergruppen sind inzwischen die Briten, aber auch Skandinavier, Holländer und Osteuropäer suchen vermehrt nach dem Ferienhaus an Spaniens Küsten.

José Luis Suárez, Dozent an der spanischen Businessschule Iese in Madrid, sieht den Grund für den Rückzug der Deutschen aus Spanien auch in der unkontrollierten Bauweise vielerorts: „Die spanischen Unternehmen haben nur an ihren Profit gedacht, die Gemeinden an ihre leeren Kassen und die Regierung hat zu lange bei der Spekulation zugeschaut.“ Heute seien viele Küstenabschnitte wie Torremolinos oder Benidorm schlicht unbewohnbar geworden und dienten nur noch als Absatzmarkt für den Billigtourismus.

Auch einige Jetset-Orte leiden unter dem Phänomen. Marbella erlebt derzeit einen leichten Preisrückgang, vor allem im Hinterland. „Das hat auch mit den vielen Mafia- und Geldwäscherringen dort zu tun“, sagt Manuel Romera, Finanz- und Immobilienexperte der spanischen Businessschule Instituto de Empresa in Madrid. Anfang des Jahres hat die spanische Polizei dort eine der größten Geldwäsche-Operationen Europas aufgedeckt: „Jeder überlegt sich natürlich, ob er weiter dort wohnen will“, sagt Romera.

Diese zweifelhaften Investitionen von Spekulanten und Geldwäschern hätten zudem zu einer enormen Überbewertung auf dem spanischen Immobilienmarkt beigetragen. Die spanische Notenbank beziffert diese inzwischen auf 30 Prozent. Seit 1997 sind die Preise für Neubauwohnungen und -häuser nach deren Angaben landesweit um 150 Prozent angestiegen. Nur im bisher ausschließlich landwirtschaftlich ausgerichteten Murcia und an der andalusischen Costa de la Luz ist das Preisniveau vergleichsweise niedrig. Dort gibt es nach Meinung von Experten noch Potenzial für Wertgewinn: „Viele Infrastrukturprojekte, wie die Schnellzugverbindung zu anderen spanischen Städten, stehen zum Beispiel in Murcia noch aus“, sagt Carlos Smerdou, Chef des spanischen Immobilienmaklers Foro Consultores Inmobilarios. Derzeit kostet dort eine gebrauchte 110-Quadratmeter-Wohnung zwischen 150 000 und 250 000 Euro, der durchschnittliche Quadratmeterpreis für einen Neubau beträgt nach Angaben der spanischen Schätzungsgesellschaft Tinsa rund 2 300 Euro.

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