Steuererhöhungen

Reiche Franzosen fliehen nach Portugal

Um der steigenden Steuerlast in ihrem Heimatland zu entgehen, fliehen reiche Franzosen ins Ausland. Besonders verlockend ist Portugals Immobilienmarkt. Hier wollen sie gleich von mehreren Steuervorteilen profitieren.
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Steuerparadies Portugal: Nach gültigem portugiesischem Recht müssen Rentner aus anderen Ländern, die in Portugal wohnen, unter bestimmten Umständen keine Steuern auf ihre Pensionen zahlen. Quelle: dpa

Steuerparadies Portugal: Nach gültigem portugiesischem Recht müssen Rentner aus anderen Ländern, die in Portugal wohnen, unter bestimmten Umständen keine Steuern auf ihre Pensionen zahlen.

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Der portugiesische Immobilienmarkt kann dem französischen Präsidenten Francois Hollande dankbar sein, sagt Immobilienmakler Paulo Silva. „Die französischen Steuern haben dazu geführt, dass viele aus dem Land fliehen”, erläutert Silva, der den Immobilienmakler Aguirre Newman leitet, im Interview. „Viele dieser wohlhabenden Franzosen kommen nach Portugal, um von einer Serie von Steuervorteilen zu profitieren, die besser als in anderen Ländern sind.”

In Frankreich hat sich das Steueraufkommen in den vergangenen drei Jahren um 70 Milliarden Euro erhöht, während Portugal versucht, mit Steuernachlässen seine Wirtschaft anzukurbeln. Neben Sonne, Sand und Meer hat dies immer mehr Franzosen dazu veranlasst, sich nach einer Immobilie in Portugal umzusehen. Der Zustrom ist so groß, dass die Franzosen mittlerweile die Briten verdrängt haben und Rang eins unter den ausländischen Käufern portugiesischer Immobilien einnehmen.

Sotheby's hat diesen Trend bei portugiesischen Luxus-Wohnungen beobachtet, sagt Gustavo Soares, Managing Director für Portugal bei dem Makler. „Die Franzosen waren in den ersten sechs Monaten unsere wichtigsten Kunden, gefolgt von Brasilianern und Briten”, sagt er. Die Steuervorteile Portugals würden eine „überaus wichtige” Rolle dabei spielen, französische Investoren anzulocken, fügte er hinzu.

Der Preis für portugiesische Eigenheime kletterte im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um vier Prozent und damit so stark wie seit mindestens 2010 nicht mehr, erklärte das Statistikamt des Landes am 1. Juli.

Auch an Nuno Durao, dem Chef des Immobilienmaklers Fine & Country in Portugal, ist die Entwicklung nicht vorbei gegangen. Nachdem er in über einem Jahrzehnt nicht ein einziges Haus an Franzosen verkauft hat, waren es in diesem Jahr bereits fünf Transaktionen – in einem Wert von jeweils bis zu einer Million Euro. „Die Franzosen kommen endlich nach Portugal”, sagt er. „Sie mögen unser Land, aber sie mögen unser Steuersystem noch mehr.”

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