Studie zu Wohnsitzauflage
Auflage für Flüchtlinge würde Immobilienmarkt entlasten

Eine Wohnsitzauflage für Flüchtlinge, wie sie Innenminister Thomas de Maizière plant, könnte die Zahl zusätzlich gebrauchter Wohnungen halbieren. Das ergab eine Studie im Auftrag des Zentralen Immobilien Ausschusses.

BerlinEine Wohnsitzauflage für Flüchtlinge würde den deutschen Immobilienmarkt einer Studie zufolge erheblich entlasten. Ohne eine Auflage würden auch bei sinkender Zuwanderungszahl bis 2020 pro Jahr rund 75.000 zusätzliche Wohnungen für diese Gruppe benötigt. Mit einer solchen Vorgabe hingegen nur 34.000, heißt es in der Studie im Auftrag des Zentralen Immobilien Ausschusses, über die das am Samstag erscheinende Nachrichtenmagazin „Spiegel“ berichtete.

In Großstädten wie Frankfurt am Main oder München würde der Bedarf an Wohnungen bei eingeschränkter Freizügigkeit für Geflüchtete statt um das Doppelte lediglich um zehn bis 30 Prozent steigen, schreiben die Autoren der von der Beratungsfirma Empirica durchgeführten Studie.

Grund dafür sei der teils hohe Leerstand von Immobilien abseits der Ballungsräume. So sei die Einwohnerzahl in den vergangenen fünf Jahren in der Hälfte aller deutschen Landkreise gefallen. Die Autoren empfehlen daher eine dreijährige Wohnsitzauflage für anerkannte Flüchtlinge, wie sie auch Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) befürwortet.

„So würde nicht nur die Überforderung einzelner Städte verhindert, sondern auch die Bildung zu großer, integrationsfeindlicher Ghettos“, schreiben die Wissenschaftler. Die Menschen sollten dabei mithilfe eines „kapazitätsorientierten Verteilungsschlüssels“ strukturiert nach Aufnahmefähigkeit einzelner Regionen verteilt werden.

Bislang gelten Wohnsitzauflagen nur für Flüchtlinge, deren Anerkennungsverfahren noch läuft. Die Regierungsparteien von Union und SPD planen, die Auflage auch auf anerkannte Flüchtlinge auszuweiten. Sie soll allerdings nicht für Flüchtlinge gelten, die anderswo einen Arbeitsplatz gefunden haben. Die Linkspartei lehnt eine solche Auflage als Integrationshindernis ab, die Grünen haben sich bislang nicht festlegt.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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