Suche nach festem Boden
Orco verkauft „Haus Cumberland“ in Berlin

Das Berliner Immobilienunternehmen Orco Germany trennt sich von einer seiner prominentesten Projektentwicklungen: Der Verkauf von Haus Cumberland, einem denkmalgeschützten Komplex am Kurfürstendamm, steht unmittelbar bevor. Käufer ist Branchenkreisen zufolge ein Privatinvestor mit Schweizer Kapital im Hintergrund.
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BERLIN. Der Kaufpreis beträgt dem Vernehmen nach 30 Mio. Euro; Orco bezahlte im Jahr 2006 für die Liegenschaft 38 Mio. Euro. Welche Pläne der neue Eigentümer verfolgt, ist nicht bekannt. Orco Germany wollte sich auf Anfrage zu der Transaktion nicht äußern.

Der Verkauf reiht sich ein in eine Reihe von Maßnahmen, mit denen die im Frankfurter Prime Standard gelistete Gesellschaft versucht, wirtschaftlich wieder festen Boden unter den Füßen zu gewinnen. Orco Germany war durch die Schieflage der Muttergesellschaft Orco Property Group mit Sitz in Luxemburg, die gut 56 Prozent der Aktien von Orco Germany hält, in Schwierigkeiten geraten.

Im ersten Halbjahr dieses Jahres verkaufte Orco mit dem Projekt Fehrbelliner bereits ein anderes prestigeträchtiges Vorhaben. Der Kaufpreis für die ehemalige Fabrik in Berlin-Mitte, in der Orco extrem teure Luxuswohnungen realisieren wollte, betrug fünf Mio. Euro. Ein Mehrfaches davon dürfte Orco in Planung, Baumaßnahmen und Marketing investiert haben. Zudem schloss Orco die Niederlassungen in München, Frankfurt und Hamburg. Neben der Zentrale in Berlin unterhält das Unternehmen jetzt lediglich eine Niederlassung in Düsseldorf, wo es in dieser Woche den Büroturm „Sky Office“ eröffnete.

Nach dem Abschluss der Bauarbeiten am Sky Office, der bevorstehenden Fertigstellung des Büroobjekts H2-Office in Duisburg und dem Verkauf von Haus Cumberland ist das ehemalige Wertheim-Areal auf dem Leipziger Platz das letzte noch offene Projekt von Orco. Branchenkreise halten auch den Verkauf dieses Areals für wahrscheinlich. Bei Orco heißt es dazu lediglich: „Wir arbeiten mit Hochdruck an der Planreife und werden dann weitere Schritte bekanntgeben. Orco bezahlte für das 20 600 qm große Grundstück 75 Mio. Euro. Für das erste Halbjahr 2009 meldet Orco einen Verlust von 104 Mio. Euro und Verbindlichkeiten von 916 Mio. Euro. Hauptgläubiger sind die Royal Bank of Scotland und die HSH Nordbank.

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