Teures Bauland
Büros am Bosporus kosten ein Vermögen

Mit dem Nachschub an modernen Büros kommt die Istanbuler Developerzunft nicht recht voran. Nach Recherchen von Immobilienberater DTZ wurden im ganzen Jahr 2007 gerade einmal 50 000 Quadratmeter (qm) Bürofläche neu fertig gestellt.

DÜSSELDORF. Ein Tropfen auf den heißen Stein für einen Ballungsraum mit 12,5 Millionen Einwohnern. Entweder drehen sich am Bosporus tatsächlich keine Baukräne. Oder klassische Recherchemethoden scheitern an der Unreife und Unübersichtlichkeit des Istanbuler Immobilienmarktes. Wahrscheinlich trifft beides zu. Die Eigentümer von Bürogebäuden nutzten die Gunst der Stunde jedenfalls und drehten kräftig an der Mietschraube. Teuerungsraten von mehr als 40 Prozent innerhalb eines halben Jahres sind hier keine Seltenheit. Auf der europäischen Seite der Stadt erreichen die Spitzenmieten inzwischen mehr als 22 Euro pro qm (35 Dollar). Das ist ein Euro mehr als derzeit in Köln für Top-Objekte gezahlt werden. Auf der asiatischen Seite setzen die Eigentümer Höchstmieten von 13 Euro je Monat und qm (21 Dollar) durch. CB Richard Ellis (CBRE) berichtet von einem Neubauprojekt in Akaretler, das kleinere Büroflächen für umgerechnet 40 Euro je qm (63 Dollar) anbietet.

"Im Prinzip sind alle Bürogebäude im innerstädtischen Levent komplett vermietet. Nur in einigen Randlagen wie etwa Maslak sind noch Flächen frei. Dort beläuft sich der Leerstand derzeit auf zehn Prozent", stellt CBRE in seinem Marktbericht zum ersten Quartal 2008 fest. In beiden Stadthälften schmolz der Anteil ungenutzter Büros seit 2006 immer weiter ab. 2006 hatten im asiatischen Teil Istanbuls 15,4 Prozent aller Büros keine Mieter. Auf der europäischen Seite sank das Angebot im gleichen Zeitraum von 8,6 auf 4,9 Prozent leer stehende Fläche. Die Renditen haben sich infolge der stabilen Nachfrage reduziert und liegen derzeit bei sechs bis sieben Prozent, so DTZ.

"In den vergangenen 18 Monaten haben sich viele Unternehmen, die üblicherweise nur in Top-Flächen ziehen würden, für B-Ware entschieden. Selbst zweitklassige Immobilien ohne genügend PKW-Stellplätze konnten vermietet werden und das alles nur, weil die begehrten Spitzenbüros in Istanbul vergeben sind", sagt Gizem Buteçin, die für der internationalen Vermittler Colliers in Istanbul Büroflächen und Businessparks vermarktet. Letztere lägen zwar dezentral, böten Mietinteressenten aber verhältnismäßig rasch entsprechende Flächen an.

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