Titan und Level One
Den Korb zu voll gepackt

Auf dem deutschen Wohnungsmarkt kracht es. Den spektakulären Käufen vergangener Jahre folgen nun die Pleiten. Die ersten Finanzinvestoren auf dem Wohnungsmarkt brechen unter der Zinslast zusammen. Den Auftakt machte die Level One Asset Management, gefolgt von drei Töchtern der Titan Holdings in Berlin.

DÜSSELDORF. Level One Asset Management mit mehr als 24 000 Wohnungen beantragt bereits am 21. August Insolvenz beim Amtsgericht Berlin Charlottenburg (Az.: 36l IN 3453/08). Am Mittwoch folgte nun auch die Facility-Management-Gesellschaft der Gruppe.

Nur wenige Tage nach Level One Asset Management war es für drei Töchter der Titan Holdings in Berlin soweit. TN Jet Stream, TN Jet Stream 2 und TN Eagle 2 meldeten beim gleichen Amtsgericht Insolvenz an (Az.: 36t IN 2912/08 bis 2914/08). Titan ist im Besitz einer britischen Familie. Die Unternehmensgruppe unterhalte annähernd 3 000 Wohn- und Gewerbeimmobilien in Ostdeutschland, sagt der vorläufige Insolvenzverwalter, Rechtsanwalt Rüdiger Wienberg. Viele ihrer Standorte sind laut Experten nicht erste Wahl. Steigende Leerstände führten dazu, dass die Titan-Gesellschaften Zins- und Tilgung nicht mehr zahlen konnten, berichtet Wienberg.

Titan und Level One haben - wie viele andere - nach der gleichen Strategie gespielt. Die Zinsen waren niedrig, also wurden die Portfoliokäufe mit sehr geringem Eigenkapital finanziert. Das geht so lange gut, wie die Zinsausgaben niedriger als die Mieteinnahmen nach Abzug aller Kosten außer den Zinsen sind. Brechen Mieteinnahmen weg oder können Mieten nicht so schnell erhöht werden wie angenommen, geht das Spiel verloren. Das Ende kommt noch schneller, wenn Anschlussfinanzierungen teurer werden. Es zeige sich, dass die Kombination aus Wohnungen in Ostdeutschland und wenig Eigenkapital heute am Markt nicht mehr funktioniert, sagt Thomas Beyerle, Leiter der Marktanalyse beim Immobilienfondsanbieter Degi. Ein Mix, der auf beide Gruppen zutrifft.

Wirklich überraschend kommen die Pleiten nicht. "Kenner der Branche haben schon vor Monaten vor solchen Entwicklungen gewarnt", sagt Wolfgang Wingendorf, Geschäftsführer des Wohnungsverwalters Treureal in Mannheim. Wohnungsverwalter sehen, was an Einnahmen und Ausgaben anfällt.

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