Tool der Woche: Baufinanzierung: „Mehr Menschen könnten sich eine Immobilie leisten“

Tool der Woche: Baufinanzierung
„Mehr Menschen könnten sich eine Immobilie leisten“

Ohne Eigenkapital keine Immobilie, nach diesem Grundsatz arbeiten viele Banken. Der Vertreter einer Versicherung möchte das ändern, rät im Interview zu hohen Beleihungen und erklärt, wann Kredite platzen.
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Tim Rooney ist schon ziemlich lange im Kreditgeschäft. Bei der Deutschen Bank betreute er das Kreditgeschäft für Europa und Asien. Rooney war Europa-Chef im Hypothekenbereich von General Electric, bekleidete Positionen bei der Citibank und Abbey National. Die 20-jährige Erfahrung im Baugeld-Geschäft soll ihm nun im neuen Job bei einem Versicherer nützen.

Seit November vergangenen Jahres ist Tim Rooney Länder-Manager für Ausfallversicherungen von Hypotheken bei Genworth Financial in Deutschland. Der Versicherer springt ein, wenn Kredite mit hoher Beleihung platzen. Rooney rät den Deutschen zu mehr Risikobereitschaft beim Kredit – und erklärt, wann Kunden nicht mehr zahlen können. Mit dem Baufinanzierungstool von Handelsblatt Online lassen sich die Kosten individuell berechnen.

Herr Rooney, in Deutschland grassiert das Immobilienfieber. Wie bewerten Sie den deutschen Markt?
Seit 50 Jahren entwickelte sich der Markt sehr stabil. Die Preise stiegen moderat, es war alles sehr konservativ hier. Das änderte sich in den vergangenen zwei, drei Jahren.
Was ist passiert?
In den Großstädten stiegen die Preise plötzlich rasant, drei bis fünf Prozent jedes Jahr. Das hat viele Gründe, etwa die niedrigen Zinsen oder die Verwerfungen durch die Finanzkrise. Das Ergebnis ist, dass sich viele keine Immobilien mehr leisten können, die es sich eigentlich leisten könnten.

Erklären Sie uns das näher?
Viele Banken und alle Bausparkassen haben Beleihungsgrenzen, meist 80 Prozent des Kaufpreises. Da die Preise gestiegen sind, können sich etwa junge Familien das nicht mehr leisten. Nehmen sie etwa eine typische Wohnung, in Frankfurt. Unter 250.000 Euro dürfte kaum noch ein Durchschnittsobjekt zu finden sein. Der Käufer muss mindestens 50.000 Euro Eigenkapital mitbringen, plus Nebenosten. Viele haben dieses Geld nicht, könnten aber eine höhere Beleihung finanzieren.

Sie versichern für Banken den Ausfall der Differenzbeträge, die über eine Beleihung von 80 Prozent hinausgehen. Wer ist Ihre Zielgruppe?
Als Versicherer sind wir im Business to Business-Bereich tätig. Zu unseren Kunden zählen Bausparkassen, Volks- Raiffeisenbanken, Sparkassen sowie Versicherungen, die das Risiko nicht in ihren Büchern haben möchten, aber gute Kunden nicht enttäuschen möchten. Hier setzt die Hypothekenausfallsversicherung ein: Der Darlehensnehmer auf der einen Seite kann bereits frühzeitig ein Eigenheim erwerben. Die Bank auf der anderen Seite kann unserem Produkten das Kreditausfallsrisiko minimieren.

Kommentare zu " Tool der Woche: Baufinanzierung: „Mehr Menschen könnten sich eine Immobilie leisten“"

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  • Nein, bei Arbeitsplatzverlust, verkauf de Darlehens in Krisenzeiten o.ä. sowie bei kräftiger Erhöhung des Zinssatzes nach Auslauf der Zinsbindung sind sie erledigt - es sei denn, Sie haben genug Eigenkapital in Reserve

  • Lieber Privatier@home,
    Sie haben bei Ihrer Kalkulation die eingesparte Miete vergessen. Für eine Wohnung in HH, die ca. 400 TEUR kostet, wird eine Kaltmiete von ca. 1,6 TEUR/Monat fällig. Damit habe ich beim Kauf eine Mehrbelastung von ca. 400 EUR (Rücklagen für Reparaturen und Erwerbsnebenkosten außen vor gelassen), verschwende aber monatlich kein Geld für Miete. Das einzige Risiko das bleibt ist der Preis, zu dem die Wohnung wieder veräußert werden kann. Sofern man in einer guten Lage in HH kauft, dürften sich die Verluste bei einem Verkauf in Grenzen halten.

  • Lieber Privatier@home,
    Sie haben bei Ihrer Kalkulation die eingesparte Miete vergessen. Für eine Wohnung in HH, die ca. 400 TEUR kostet, wird eine Kaltmiete von ca. 1,6 TEUR/Monat fällig. Damit habe ich beim Kauf eine Mehrbelastung von ca. 400 EUR (Rücklagen für Reparaturen und Erwerbsnebenkosten außen vor gelassen), verschwende aber monatlich kein Geld für Miete. Das einzige Risiko das bleibt ist der Preis, zu dem die Wohnung wieder veräußert werden kann. Sofern man in einer guten Lage in HH kauft, dürften sich die Verluste bei einem Verkauf in Grenzen halten.

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