Tool der Woche: Forward-Darlehen: Günstiger Schutz vor steigenden Zinsen

Tool der Woche: Forward-Darlehen
Günstiger Schutz vor steigenden Zinsen

Hausbesitzer, deren Darlehen in einigen Jahren ausläuft, können sich die aktuell niedrigen Zinssätze reservieren. Ein Vergleich zeigt, was die Sicherheit kostet und wie Kreditnehmer den günstigsten Anbieter finden.

FrankfurtDer Blick auf die Baugeld-Konditionen weckt derzeit Begehrlichkeiten. Darlehen mit einer Zinsbindung von zehn Jahren offerieren Banken aktuell im Schnitt für einen Zins von 1,3 Prozent. Zum Vergleich: Im Herbst 2013 waren die Zinsen noch doppelt so hoch. Im Jahr 2008, vor der Finanzkrise lagen sie durchschnittlich bei mehr als 5,5 Prozent.

„Solange es bei den globalen Wirtschaftsdaten und der europäischen Inflation keine grundlegende Wende zum Positiven gibt, wird Baugeld in Deutschland günstig bleiben“, sagt Michiel Goris, Vorstandsvorsitzender des Baugeld-Vermittlers Interhyp. Die Kombination aus weltweit verhaltenen Konjunkturdaten und lockerer Geldpolitik hält die Renditen für zehnjährige Bundesanleihen auf niedrigem Niveau.

Aktuell rentieren Bunds mit einer Laufzeit von zehn Jahren bei 0,13 Prozent. „Banken können sich günstig refinanzieren und entsprechend günstig Darlehen ausgeben“, erklärt Goris. Eine Zinswende hin zu deutlich höheren Konditionen sei aktuell nicht in Sicht.

Auch wenn keine Eile geboten ist - Immobilienbesitzer können sich diese niedrigen Zinsen sichern, auch wenn ihr Darlehen erst in einigen Jahren ausläuft. Mit Forward-Darlehen lassen sich die aktuellen Konditionen für Anschlussfinanzierungen festschreiben, die maximal in 60 Monaten auslaufen.

Banken verlangen für dieses Sicherheitsprodukt Zinsaufschläge. Vor allem bei langen Vorlaufzeiten sollten Kreditnehmer deshalb gut überlegen, ob sie ein Forward-Darlehen abschließen. In einer Stichprobe der FMH Finanzberatung unter knapp 50 Instituten verlangen die teuersten Anbieter einen Aufschlag von bis zu 0,175 Prozent pro Monat der Reservierung.

Viele Institute legen sich bei den Konditionen aber ins Zeug. Viele Banken bieten Freimonate an. „Faire Anbieter gewähren für Darlehen, die in sechs oder sogar 12 Monate abgerufen werden keine Aufschläge“, sagt Max Herbst, Inhaber der FMH Finanzberatung. Die PSD Bank Kiel verlangt Zinsaufschläge sogar erst nach 18 Monaten, die Hannoversche Leben nach 15 Monaten.

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