Tool der Woche
Investoren suchen neue Ziele in Berlin

Berlin ist bei Zuzüglern und Kapitalanlegern beliebt. Eine neue Analyse zeigt, welche Lagen besonders gefragt sind. Wer jetzt über einen Kauf nachdenkt, dem hilft ein Tool bei der Berechnung seiner Kosten.
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BerlinClaudia und Oliver* haben es aufgegeben. Seit sechs Jahren wohnen die beiden Endzwanziger in Berlin-Friedrichshain. Er ist Webdesigner in einer Kreativfirma, sie Angestellte im öffentlichen Dienst. Im Moment leben sie in einer großzügigen 2-Zimmer-Wohnung auf 70 Quadratmetern. Insgesamt nicht schlecht, ausreichend Platz, aber ein Balkon wäre schön. Also haben sie sich auf die Suche gemacht. Doch nach über einem Jahr wollten sie keine Zeit mehr verschwenden. „Alles, was in Frage käme, war entweder zu teuer oder zu weit draußen“, beklagt Oliver. Zahlen sie heute knapp 700 Euro für die Wohnung, hätten sie etwas Vergleichbares Neues erst ab 1.000 Euro bekommen können, berichtet das Paar.

Derzeit drängen nicht nur Jobsuchende und Studenten in die Hauptstadt, angezogen vom alternativen Flair oder Start-Up-Geist. Zwischen Ende 2011 und Ende 2015 ist die Stadt um 183.000 Einwohner gewachsen. Tendenz steigend.

„Allein im vergangen Jahr stieg die Zahl der Haushalte in Berlin um 27.000. Hinzu kommen noch 55.000 registrierte Asylbewerber sowie eine ungewisse Zahl nichtregistrierter. Dem stehen aber nur 10.700 fertiggestellte Wohneinheiten gegenüber. Das ist nach wie vor nicht ausreichend. Die Schere geht weiter auf“, sagt Michael Schlatterer, Direktor für Wohnimmobilienbewertung beim Immobiliendienstleister CBRE. „Statt 10.000 bräuchten wir allein in Berlin jährlich 20.000 Fertigstellungen.“

Und auch bei Investoren erfreut sich Berlin ungebrochener Beliebtheit: Hier finden sie noch sichere Anlagen. Je nach Perspektive Vor- oder Nachteil: Die Nachfrage treibt den Preis. Laut einer Studie von Jones Lang LaSalle (JLL) sind die Mieten in den sieben größten deutschen Städten seit 2004 zwischen 21 und 59 Prozent gestiegen. Spitzenreiter am langen Ende der Skala: Berlin. Allein in den ersten sechs Monaten dieses Jahres haben sich Eigentumswohnungen – bei Selbstnutzern wie Kapitalanlegern beliebt – um neun Prozent verteuert. Bei den Mieten waren es nur 5,4 Prozent.

Der Immobilienexperte Reiner Braun von Empirica sieht darin die Fortsetzung eines Trends: „Ein Problem des Marktes ist, dass vielerorts die Kaufpreise den Mietpreisen enteilt sind“, sagt der Geschäftsführer des Immobilien-Forschungsinstituts Empirica. Dies ist beispielsweise in Berlin der Fall. Vor allem Käufe von Kapitalanlegern hätten das Niveau zwar nach oben getrieben. Im Vergleicht mit München oder Frankfurt ist die Hauptstadt aber noch günstig. Von globalen Metropolen ganz zu schweigen. „Die Stadt ist weltweit hip und angesagt. Für internationale Investoren, die Londoner oder Pariser Preise gewohnt sind, bietet Berlin immer noch Spottpreise“, sagt Braun. Doch der Immobilienexperte mahnt zur Vorsicht. Er sieht die Gefahr einer Blase wachsen: „Es gibt Rückschlagpotenzial.“

Kommentare zu " Tool der Woche: Investoren suchen neue Ziele in Berlin"

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  • Wer investiert in eine Staat die nicht in der Lage ist, einen Flughafen zu bauen ?
    Die Rendite musste deutlich über 15% liegen, steuerfrei im Panama-Briefkasten
    versteht sich, das Risiko ist viel zu hoch, in eine Pleite-Kommune zu investieren.
    Die Grundsteuern u.s.w. müssen auf kurz oder lang von einem Kurator erhöht werden, die Selbstverwaltung abgeschafft und die Sozialhilfe auf ein Minimum gekürzt werden. Das entfacht Aufstände und die Gelder verbrennen im wahrsten Sinne des Wortes, man kennt das.
    Mit dem kapitalistischen Finger weg Gruß.

  • Ich finde solche Artikel langsam sehr belustigend - insbesondere weil ich vom Fach bin. Dieses Rating ist doch nicht wirklich ernst zu nehmen. Alleine die Annahmen wie Bevölkerungsentwicklung und Arbeitsmarktzahlen müssten schon aufhorchen lassen. Aus der äußerst positiven Entwicklung in den letzten kann ich noch kein Rating ableiten.. genauso wenig wie aus irgendwelchen Angebotspreisen im Netz. Aber es passt in die Zeit und zu diesem ganzen Hype.

    Was würde eigentlich aus dem Rating werden, wenn die Arbeitslosenzahlen wieder steigen, die Zuwanderung nach Berlin nachlässt oder die Kapitalanlager ihr Geld wieder abziehen, weil es woanders bessere Anlagen gibt. Dazu würde es schon reichen wenn die Zinsen leicht steigen oder einige Länder der EU wieder wettbewerbsfähigen werden...

    Manchmal habe ich das Gefühl der Bürger soll in Sachen Immobilien für Dumm verkauft werden. Eine Immobilienblase hat z.B. auch nichts mit Kreditvolumen/Bankenkrise o.ä. Zu tun. Eine Blase ist einfach ein übermäßiger Anstieg der Vermögenswerte, so wie es bei Immobilien in den Bigband Seven der Fall ist...

  • Herr Marc Hofmann26.08.2016, 1
    Also wenn eine Stadt wie Berlin schon in Tageszeitungen und Online Portale werbung für sich machen muss damit überhaupt noch Investoren zu finden sind, dann sagt dies schon alles über den Zustand Berlins aus.
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    wow, gut erkannt.

    Es stimmt, Berlin kollabiert, denn sie verlieren immer mehr Stadtviertel an die Muslim / Afro-Clans. was in Kreuzberg und dem Flughafen BER begann, weitet sich aus, wie ein Krebs. Wie schlimm das alles werden kann, kennt man von Duisburg und Bremen.

    Berlin lohnt sich nur, wenn man die DDR Plattenbau-Immobilien nimmt (undsaniert).

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