Tool der Woche – Mietpreisspiegel: Gibt es bald keine Mieterhöhungen mehr?

Tool der Woche – Mietpreisspiegel
Gibt es bald keine Mieterhöhungen mehr?

Was Mieter nie zu träumen gewagt hätten, könnte bald Realität werden: keine Mieterhöhungen. Die geplante Mietspiegelreform von Justizminister Heiko Maas ist allerdings im Moment noch umstritten.

DüsseldorfMieter, höret die Signale. Mit den krassen Mietsteigerungen der vergangenen Jahre könnte demnächst Schluss sein. Nämlich dann, wenn es Justizminister Heiko Maas gelingt, seine Mietspiegelreform durchzusetzen. Sie sieht vor, dass der Betrachtungszeitraum zur Ermittlung der Mietspiegel-Mieten von vier auf zehn Jahre verlängert wird. In die Berechnung dieser Mieten fließen Mieterhöhungen in laufenden Verträgen und Neuvertragsmieten ein.

„Die Verlängerung würde helfen, die Dynamik aus den Vergleichsmieten herauszunehmen“ sagt Ulrich Ropertz, Geschäftsführer des Deutschen Mieterbundes. Der Hintergrund: Der Vermieter darf die Miete frühestens ein Jahr nach Einzug beziehungsweise der letzten Mieterhöhung und dann nur bis zur ortsübliche Vergleichsmiete erhöhen. Mehr als eine Million Mieterhöhungen verschicken Deutschlands Vermieter laut Mieterbund jährlich. In Berlin stiegen die alle zwei Jahre ermittelten Mietspiegel-Mieten von 2013 auf 2015 um 5,4 Prozent, in Hamburg um 6,1 Prozent. Neuvertragsmieten klettern wesentlich schneller. 

Der Mieterbund käme mit einer Verlängerung des Betrachtungszeitraums seinem Ziel näher, Mietobergrenzen einzuführen. Denn die Folge eines längeren Betrachtungszeitraums liegt auf der Hand: Die ortsübliche Vergleichsmiete würde sinken, weil die Mietsteigerungen in den weiter zurückliegenden Jahren geringer waren. Entsprechend schwarz sehen die Vermieter für ihr Geschäft. „Wenn das durchkommt, wird es mehrere Jahre keine Mieterhöhungen geben“, fürchtet Rolf Buch, Chef des mit 370.000 Wohnungen größten deutschen Wohnungsvermieters Vonovia. Er habe kein Verständnis für  diese Regelung, die den Markt teils außer Kraft setze, sagte er auf einer Investorenkonferenz.

Doch die Millionen deutsche Mieterhaushalte sollten sich nicht zu früh freuen. Obwohl sich das Bündnis aus CDU und SPD im Koalitionsvertrag auf Maßnahmen zur Mietbegrenzung verständigt hat, hat die CDU bereits Widerstand gegen die Pläne von Maas signalisiert. Mietervertreter Ropertz rechnet im Frühjahr mit einem Referentenentwurf von Maas zur Mietspiegelreform, in den auch die Neuregelung der Modernisierungsumlage eingebunden werden soll.

Im Falle der Modernisierungsumlage steht zur Debatte, dass Vermieter nach einer Modernisierung künftig nur noch acht Prozent statt wie zurzeit elf Prozent der  Modernisierungskosten auf die Jahresmiete aufschlagen dürfen. Der Mieterbund ist mit dieser geplanten Neuregulierung nicht zufrieden. Er fordert die Abschaffung der Modernisierungsumlage und die Ausrichtung der Mieten modernisierter Wohnungen am Mietspiegel. In einer Übergangszeit könnten Mieterhöhungen auf sechs Prozent der Modernisierungskosten begrenzt werden.

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Kommentare zu " Tool der Woche – Mietpreisspiegel: Gibt es bald keine Mieterhöhungen mehr?"

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  • Und dann wundert sich die Regierung, wenn keiner mehr in Wohnungen investiert, ohne eine kräftige Subvention vom Staat zu erhalten?
    Aber bei den Wählern kommt der Unsinn sicher gut an.

  • - Auch Gehälter und Löhne sollten direkt und vollständig vom Staat eingezogen werden, ....-

    Nein, nicht eingezogen:

    Die Bruttolöhne werden in Zukunft von den Firmen an das Finanzamt gemeldet.
    Dieses übernimmt dann die gesamte Nettolohn-Berechnung, inkl. der Auszahlung.

    Der Staat kann dann auch agieren und muss nicht reagieren, mit Solis etc., er zahlt dann einfach weniger aus und die Firmen sparen sich die Kosten für die gesamte Lohn- und Gehaltsbuchhaltung.

    Kostet allerdings Arbeitsplätze - doch nicht so gut . ...

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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