Tool der Woche
Wenn das Finanzamt beim Umzug mit anpackt

Umzüge können ganz schön teuer sein. Billiger wird es, wenn das Finanzamt mit anpackt. Wer aus beruflichen oder privaten Gründen seinen Wohnort wechselt, kann entstehende Kosten von den Steuern absetzen.
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DüsseldorfKisten schleppen bis die Handflächen glühen, Schränke auf- und abbauen, schwere Möbel stemmen – ein Umzug in die neuen vier Wände ist meist sehr aufwendig und kostet Nerven. Wer Pech hat, muss auch noch tief ins Portemonnaie greifen. Maklergebühren, Fahrtkosten oder die doppelte Miete lassen grüßen. Ein Standortwechsel kann teuer werden, muss er aber nicht. Denn das Finanzamt beteiligt sich an den Kosten – sowohl bei beruflich bedingten als auch bei privaten Umzügen.

Zwischen beruflichen und privaten Ortswechseln gibt es aber enorme Unterschiede, die beim Erlass der Steuerschuld entscheidend sind. Oft lohnt sich ein durch den Job begründeten Umzug deutlich mehr. „Es ist nur wichtig, dass der Standortwechsel beruflich bedingt ist und nicht privat“, erklärt Steuerberater Franz Plankermann vom Steuerberaterverband Düsseldorf.

Wenn die Firma umzieht oder der Arbeitsweg sich um eine Stunde pro Tag verkürzt, fallen sogenannte Werbungskosten an, die der Arbeitnehmer in der Steuererklärung geltend machen kann. Bedingung dafür ist ein Nachweis der Firma.

Bleibt die Frage, was der Bürger steuerlich absetzen kann. „Dazu zählen alle Kosten, die man selber verursacht“, sagt Plankermann. „Die meisten Leute wissen gar nicht, dass sogar die Anfahrtskosten anerkannt werden.“ Deshalb rät der Steuerberater, bereits vor Beginn des Standortwechsels Quittungen zu sammeln und sich Experten-Rat zu holen – zumal sich das Steuerrecht ständig verändert. „Das kann ganz schön kompliziert werden mit der Anrechnung“, so der Steuerberater, der die Tücken kennt.

Nicht nur die Fahrtkosten werden vom Finanzamt anerkannt. Auch die Rechnung vom Spediteur, die Vermittlungsgebühren des Maklers und die Reparatur von Transportschäden müssen nicht am Arbeitnehmer hängen bleiben. Gleiches gilt für die doppelte Haushaltsführung. „Wer zweifach zahlt, kann auch diese Kosten von bis zu drei Monaten geltend machen lassen“, so Plankermann. Selbst umzugsbedingte Unterrichtskosten für ein Kind werden laut Bundesfinanzministerium anerkannt.

Für alle „sonstigen Kosten“, die bei einem beruflich bedingten Umzug nicht unter die Werbungskosten fallen, greift die Umzugskostenpauschale. Dazu gehören das An- und Abbauen der Küche oder Fahrten zu Behörden. „Das Nummernschild muss man immerhin nicht mehr ändern“, erklärt Plankermann. Wer seinen Wohnsitz bis Ende Juli 2013 gewechselt hat, kann als Lediger dafür pauschal 695 Euro geltend machen. Bei Verheirateten oder Alleinerziehenden beträgt die Summe 1390 Euro. Für jede weitere Person, die dem Haushalt beiwohnt, lassen sich 306 Euro angeben. „Bis zu einem Betrag unter 1000 Euro muss man keine Belege einreichen“, sagt Plankermann. Denn: Das zu versteuernde Einkommen reduziere sich automatisch um die Werbungskostenpauschale.

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Haushaltsnahe Dienstleistungen statt Werbungskosten

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  • "Kosten von den Steuern absetzen"... das klingt so, als würde der Fiskus was dazubezahlen. So ist es aber nicht. Man muß diese Kosten schon selbst tragen, aber nur nicht versteuern. Von dem legalisiertem Raub des Staates wird dem Bürger also ein wenig mehr bei sich belassen als es sonst der Fall gewesen wäre.

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