Tool der Woche
Wie Sie sich die niedrigen Bauzinsen sichern

Die Zinsen für Baugeld erreichen einen neuen historischen Tiefstand. Auch Immobilienbesitzer, deren Kredite erst in einigen Jahren auslaufen, können sich die Minizinsen sichern. Die günstigsten Offerten im Vergleich.
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Mario Draghi hat wieder den Finger am Abzug. Gestern meldete die Nachrichtenagentur Reuters mit Bezug auf Insider, dass die Europäische Zentralbank (EZB) für Juni eine Zinssenkung vorbereite. Der Leitzins könnte nach Darstellung eines der Insider beispielsweise von derzeit 0,25 Prozent auf 0,15 oder 0,1 Prozent sinken. So sollen Euro-Stärke und drohende Deflation bekämpft werden.

Laut EZB-Direktor Yves Mersch arbeitet die Zentralbank „mit Hochdruck“ an neuen Instrumenten für ihren Werkzeugkasten. Im Juni könnte die EZB Banken, die überschüssiges Geld bei der Zentralbank parken, mit einem Strafzins drohen. Aktuell liegt dieser Einlagensatz noch bei null Prozent.

Wenn EZB-Präsident Mario Draghi die Bazooka herausholt, dann hoffen auch die Immobilienbesitzer in Deutschland auf nochmals sinkende Zinsen. Diesmal könnten die Kreditnehmer bei einer möglichen EZB-Aktion aber leer ausgehen. „Diese Maßnahmen würden bei privaten Baufinanzierungen bestenfalls eine Absenkung der Hypothekenzinsen um einige Basispunkte zur Folge haben“, sagt Gudrun Rehwald, Zinsexpertin bei Feri Eurorating in Bad Homburg.

Die Zinsen für Baugeld orientieren sich an den Konditionen für lang laufende Anleihen und Pfandbriefe. Und die sind historisch niedrig. Seit mehr als einem Monat liegt der Zins von Bundesanleihen mit zehnjähriger Laufzeit bei unter 1,5 Prozent, aktuell liegt der Satz nur noch bei 1,38 Prozent. „Da ist kaum noch Luft nach unten“, sagt Rehwald.

Deutsche Staatsanleihen sind wegen der Krise in der Ukraine und weiterer geopolitischer Unsicherheiten als sicherer Hafen gefragt. „Wenn sich in der Ukraine-Krise eine Lösung abzeichnet, werden die langfristigen Zinsen und damit auch die Sätze für Baufinanzierungen leicht steigen“, sagt Rehwald.

Mittelfristig seien aber keine Schwankungen um mehr als 0,5 Prozentpunkte zu erwarten. „Erst im weiteren Verlauf von 2015 wird es wieder etwas spannender“, sagt Rehwald. „Wenn die US-Konjunktur besser läuft und die Fed die Zinsen anhebt, wird das dort zu anziehenden Renditen für Staatsanleihen führen. Das hätte auch Einfluss auf die Entwicklung in Europa“.

Bislang zeigt die Zinskurve bei Baufinanzierungen aber nach unten. Nach einer Analyse der FMH Finanzberatung unter 40 Banken beträgt der Zins für ein Darlehen mit einer Zinsbindung von zehn Jahren aktuell im Schnitt 2,3 Prozent.

Gestern wurde bei allen Laufzeiten zwischen 5 und 20 Jahre neue, historische Tiefststände erreicht. Im Schnitt verlangen die Banken gut einen halben Prozentpunkt weniger als noch im September vergangenen Jahres.

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