Trendviertel 2014: Dresden
Käufer- und Mieterparadies im Osten

Die sächsische Landeshauptstadt entwickelt sich prächtig. Das ruft Investoren und Projektentwickler auf den Plan. Erste Stimmen warnen vor einem erneuten Wohnungsüberangebot. Die besten Lagen von Dresden im Vergleich.
  • 0

Wo in anderen Städten Läden und Restaurants Passanten anlocken, klafft in Dresden ein Loch. Genauer: das Wiener Loch. Seit den neunziger Jahren erstreckt sich direkt neben dem Hauptbahnhof diese riesige Baugrube, in der einst ein Bürogebäude, dann eine Spielstätte für die Staatsoperette und schließlich ein Einkaufszentrum entstehen sollten. Doch ein Investor nach dem anderen sprang ab. Irgendeinmal hatten sich die Dresdener an den Anblick des Lochs gewöhnt.

Bald werden sie sich umgewöhnen müssen. Ende Juni will die Revitalis Real Estate aus Hamburg mit den Bauarbeiten an ihrem Prager Carrée beginnen. Die Baugenehmigung für 241 Wohnungen plus Gewerbeeinheiten liegt bereits vor. 2016 soll das Wiener Loch Geschichte sein.

Dass jetzt an zentraler Stelle der Stadt ein so großes Wohnprojekt realisiert wird, zeugt vom Aufschwung auf dem Dresdener Wohnungsmarkt. "Dresden gehört für uns zu den Top-Ten-Wohnimmobilienstandorten in Deutschland", sagt Revitalis-Vorstand Thomas Cromm. "Mit Sicherheit ist Dresden der attraktivste Standort Ostdeutschlands." Seine Euphorie begründet er mit der positiven demografischen Entwicklung, der hohen Lebensqualität und dem stabilen Arbeitsmarkt.

Die Trendviertel von Dresden als .pdf

Von dieser Entwicklung profitieren die Wohnraumvermieter. Um die Jahrtausendwende stand jede fünfte Wohnung leer. Nun beziffert Dresdens Baubürgermeister Jörn Marx (CDU) den Leerstand auf nur noch drei bis vier Prozent. Einen "Wandel vom Mietermarkt zum Vermietermarkt" beobachtet der örtliche Mieterverein, und erste Stimmen warnen bereits vor einer Wohnungsknappheit oder sogar Wohnungsnot. Doch das sei übertrieben, sagt der Baubürgermeister: "Verhältnisse wie in München haben wir hier nicht."

Lokale Marktteilnehmer sehen das genauso. "Mieter, die nicht auf einen bestimmten Stadtteil festgelegt sind, finden immer eine Wohnung", sagt Uwe Schatz, Geschäftsführer des seit gut 20 Jahren in Dresden tätigen Maklerunternehmens Der Immo Tip. Die Mieten und Kaufpreise steigen moderater als in den deutschen Metropolen. Die Erhebungen von vdp Research zeigen, dass sich im Jahr 2013 Mietwohnungen um durchschnittlich 2,8 Prozent, Eigentumswohnungen um 3,7 Prozent und Einfamilienhäuser um 4,5 Prozent verteuert haben.

Kommentare zu " Trendviertel 2014: Dresden: Käufer- und Mieterparadies im Osten"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%