Trendviertel 2014 Düsseldorf
Immobilienpreise unter Druck

Es wird wieder mehr gebaut in der Landeshauptstadt von Nordrhein-Westfalen. Das zunehmende Angebot von Immobilien verschärft den Wettbewerb – was das Ende des jahrelangen Preisanstiegs bedeuten könnte.
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DüsseldorfMan hat sich daran gewöhnt: In Düsseldorf kennen die Wohnungspreise und -mieten seit mehr als zehn Jahren nur eine Richtung, nämlich nach oben. Und: Den Düsseldorfer Oberbürgermeister stellt die CDU - jedenfalls seit 15 Jahren.

Doch wieder einmal bestätigt sich: Nichts ist so beständig wie der Wandel. Am vergangenen Sonntag wählten die Düsseldorfer in einer Stichwahl den SPD-Kandidaten Thomas Geisel mit klarer Mehrheit zu ihrem neuen OB. Amtsinhaber Dirk Elbers muss gehen.

Und auch auf dem Immobilienmarkt deutet sich eine Trendwende an. „Es ist ganz eindeutig: Der Preisanstieg verlangsamt sich“, sagt Jochen Hendriks, Leiter des Bereichs Privatimmobilien bei Makler Aengevelt. Die Euphorie auf dem Düsseldorfer Wohnimmobilienmarkt hat spürbar einen Dämpfer bekommen, bestätigt Werner Horn vom Maklerunternehmen Corpus Sireo. „Der Druck auf die Preise könnte zunehmen“, meint er.

Trendviertel Düsseldorf 2014 als .pdf

Interessanterweise liegt das nicht etwa daran, dass die Nachfrage nach dem eigenen Haus oder der eigenen Wohnung zurückgegangen wäre, berichten die Düsseldorfer Makler übereinstimmend. „Die Frage ist nur: Worauf zielt die Nachfrage ab?“, umschreibt Aengevelt-Experte Hendriks die neue Situation. Seine Antwort: „Wo die Lage nicht optimal ist, sind Käufer nicht mehr bereit, jeden Preis zu zahlen.“ Offenbar sitzt das Geld der Kundschaft in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt nicht mehr ganz so locker wie in den zurückliegenden Jahren.

Das hat zwei Gründe, sind die Marktbeobachter überzeugt. Zum einen sei die Gruppe derjenigen, für die der Preis ihrer Immobilie letztlich keine Rolle spiele, limitiert - sogar in einer dem Luxus verpflichteten Stadt wie Düsseldorf. „Und diese Käuferklientel ist inzwischen so gut wie versorgt“, meint Werner Horn.

Zum anderen aber - und das dürfte der entscheidendere Faktor sein - ist das Wohnungsangebot in der rheinischen Großstadt zuletzt deutlich gewachsen. Etwa 315.000 Quadratmeter Wohnfläche sind im Bau, hat das Immobilienanalysehaus Bulwien-Gesa aus Berlin aktuell ermittelt. Zum Vergleich: In Köln sind es nur 285.000 Quadratmeter - und das, obwohl in der Domstadt gut 400.000 Menschen mehr leben als in der knapp 50 Kilometer entfernten Nachbargemeinde.

Das in Düsseldorf bestens vernetzte Maklerhaus Aengevelt hat ausgerechnet, dass zwischen 2013 und 2017 gut 11.500 Neubauwohnungen auf den Markt gekommen sind oder noch kommen werden. Bei weiteren knapp 2.000 geplanten Wohnungen ist der Fertigstellungstermin noch offen. „Der Markt ist so gut gefüllt, dass man fast schon eine Überproduktion befürchten muss“, räumt Aengevelt-Berater Hendriks ein.

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Zu viele große Wohnungen

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