Trendviertel 2014: Jena
Perle an der Saale

Die Einwohnerzahl wächst, der Wirtschaft geht es gut. Jena boomt wie nur wenige andere Städte in Ostdeutschland. Wohnungen sind knapp – trotzdem sind die Preise moderat. Immobilien-Käufer lauern auf Schnäppchen.
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JenaStefan Wosche-Graf kann sich gut daran erinnern, vor welchen Herausforderungen er stand, als er vor zwölf Jahren die Geschäftsführung des Wohnungsunternehmens Jenawohnen übernahm. Der Wohnungsleerstand lag bei zwölf Prozent, in den Plattenbaugebieten Lobeda und Winzerla drohten sich soziale Probleme aufzubauen, und die vordringliche Aufgabe lag darin, Wohnungen abzubrechen.

Tempi passati. Heute steht nur noch jede siebzigste der 14.000 Wohnungen im Bestand des Unternehmens leer, und das wichtigste Ziel ist der Bau von Wohnungen: hundert Einheiten auf dem Friedensberg, gut hundert an der Camburger Straße – insgesamt 350 Einheiten hat Jenawohnen, als Tochtergesellschaft der Stadtwerke die größte Vermieterin der Stadt, momentan in Bau oder Planung.

Das Unternehmen ist nicht der einzige Investor: „Wir streben an, dass bis 2020 jährlich rund 500 Wohnungen errichtet werden“, sagt Stadtentwicklungsdezernent Denis Peisker. Das entspricht fast einem Prozent der vorhandenen Wohnungen.

Trendviertel 2014: Der Stadtplan von Jena als .pdf

Nötig ist die Neubauoffensive, weil sich die thüringische Universitätsstadt, die mit 105.000 Einwohnern nur knapp die Schwelle zur Großstadt überschreitet, in vielerlei Hinsicht von anderen ostdeutschen Städten unterscheidet.

Während in der nur 35 Kilometer entfernten, immerhin auch fast 100 000 Einwohner zählenden Nachbarstadt Gera Wohnungen in Hülle und Fülle zur Verfügung stehen, beziffert Peisker den Leerstand in Jena auf gerade mal 2,1 Prozent. Und während anderswo Vermieter über kaum auskömmliche Mieten klagen, ergeben die Auswertungen von vdp Research für Jena eine Durchschnittsmiete von 8,20 Euro pro Quadratmeter.

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