Trendviertel 2014: Köln
Rheinischer Immobilien-Frohsinn

Der Immobilienmarkt in Köln floriert. Mit der Nachfrage stiegen die Preise, zum Teil auf absurde Höhen. Nun beruhigt sich der Markt. Käufer lassen sich Zeit - und zahlen nicht mehr jede Summe. Wo der Kauf noch lohnt.
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Einen Kiosk soll es nicht geben im zukünftigen "Gerling-Quartier" mitten in der Kölner Innenstadt. "Davon gibt es genug in unmittelbarer Umgebung", sagt Christian Riener, der für das Prestigeprojekt des österreichischen Investors Immofinanz in der Domstadt verantwortlich ist.

Trendviertel 2014: Der Stadtplan von Köln als .pdf

Damit hat er absolut recht. Ein Büdchen, wie der Kölner seinen Kiosk gern nennt, findet man praktisch überall im Friesenviertel zwischen Hohenzollernring, Friesen- und Christophstraße. Andererseits gehört das bis spät in die Nacht und sogar sonntags geöffnete Lädchen eigentlich in jedes "kölsche Veedel" - und sei es noch so klein.

Vielleicht aber wird im neuen Kölner Luxusquartier ja wirklich einmal alles ganz anders, als man es in der Stadt gewohnt ist. Dafür spricht zumindest der Preis, den Käufer bereit sind, für eine Neubauwohnung im "Agrippina Palais" oder für ein Domizil im kernsanierten, denkmalgeschützten "Haus Gerling", dem einstigen Bürohaus der gleichnamigen Versicherung, zu zahlen. Dort, wo einst Hans Gerling und sein Versicherungskonzern residierten, kostet der Quadratmeter mindestens 5 000 Euro.

Ziemlich viel für Kölner Verhältnisse. Ein Schnäppchen allerdings gemessen an dem Preis, den der Käufer der 330 Quadratmeter großen Penthouse-Wohnung "Haus Gerling" hoch über den Dächern Kölns mit Blick auf Dom und Rhein hinblätterte. Um zwei Konkurrenten aus dem Feld zu schlagen, bot er fast sechs Millionen Euro - oder 17 000 Euro für einen Quadratmeter Wohnraum. "Dies ist aber ein absoluter Sonderfall und überhaupt nicht typisch für den Kölner Markt", räumt Immofinanz-Projektleiter Riener ein. "Das würde der Markt gar nicht hergeben."

Tatsächlich sind selbst Quadratmeterpreise von 5 000 Euro in der Altstadt-Nord, zu der das Friesenviertel zählt, eher die Ausnahme. Laut Auswertung von vdp Research lag der mittlere Verkaufspreis im vergangenen Jahr bei knapp 2 800 Euro. Die Berliner Experten unterscheiden dabei allerdings nicht zwischen Neu- und Altbauten.

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