Trendviertel 2014: Leipzig Viel Raum fürs Geld

Vor wenigen Jahren lag Leipzigs Wohnungsmarkt am Boden. Mittlerweile sind in der Stadt wieder Baukräne zu sehen. Trotzdem sind Mieten und Kaufpreise noch immer wesentlich günstiger als in anderen deutschen Metropolen.
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Das Leipziger Rathaus. Die Stadt wächst schneller, als die Statistiker erwartet hätten. Dennoch stehen weiterhin viele Wohnungen leer. Quelle: dpa

Das Leipziger Rathaus. Die Stadt wächst schneller, als die Statistiker erwartet hätten. Dennoch stehen weiterhin viele Wohnungen leer.

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LeipzigAuf der Weißen Elster herrscht Hochbetrieb. An einem ganz gewöhnlichen Donnerstag sind auf dem Flüsschen im Leipziger Westen kleine Boote unterwegs, deren Passagiere die Sonne genießen und die imposante Architektur der einstigen Buntgarnwerke bewundern. Jahrzehntelang waren sie ein Zentrum der sächsischen Industrie; heute wird in den Gemäuern gewohnt.

„Veneziaquartier“ heißt der letzte Bauabschnitt der Buntgarnwerke im Stadtteil Plagwitz, den der Leipziger Bauträger GRK Holding im vergangenen Jahr fertiggestellt hat. 125 Wohnungen sind entstanden, die zum Teil direkt am Wasser liegen. „6,50 Euro pro Quadratmeter beträgt die Miete zur Hofseite, 8,50 Euro am Wasser und zehn bis zwölf Euro in den Penthäusern“, sagt Daniel Komar, Geschäftsführer der GRK-Hausverwaltung. In Hamburg oder München könnten Mieter bei solchen Preisen ihr Glück gar nicht fassen, doch für Leipzig sind das sehr beachtliche Summen.

Gerade einmal 5,30 Euro pro Quadratmeter beträgt laut vdp Research die Durchschnittsmiete in der Stadt. Eigentumswohnungen kosten im Durchschnitt 1 605 Euro pro Quadratmeter, Einfamilienhäuser 1 680 Euro pro Quadratmeter. Damit zählt die sächsische Messe- und Universitätsstadt in allen drei Kategorien zu den günstigsten der 15 Kommunen, die vdp Research für die Trendviertel-Serie untersucht hat.

Kein Grund zur Resignation: „Leipzig boomt“, sagt Steffen Göpel, Chef der GRK Holding, die jährlich um die 300 Wohnungen fertigstellt. Tatsächlich wächst die Stadt derzeit um jährlich etwa 10 000 Einwohner und damit viel schneller, als von den Statistikern prognostiziert. „Hier gibt es noch eine Menge Nischen, die Menschen aus anderen Städten anziehen“, erklärt diese Entwicklung Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau, die selbst vor einem Jahr aus Berlin nach Leipzig kam.

Angezogen werden auch Immobilienanleger: „Für Investoren ist Leipzig attraktiv, weil die Stadt noch Aufholpotenzial hat“, sagt Markus Schmidt, Research-Chef beim Maklerunternehmen Aengevelt. Ohne Risiko ist ein Engagement allerdings nicht. Denn der Wohnungsleerstand ist zwar gesunken, aber immer noch sehr hoch. Auf gut zehn Prozent beziffert ihn Baubürgermeisterin Dubrau. Geringer ist der Anteil der leer stehenden Wohnungen, die tatsächlich sofort vermietet werden können: Ihn schätzt Andreas Köngeter, Chef der Maklerfirma Köngeter Immobilien, auf sechs Prozent.

Doch nicht überall stehen Wohnungen leer. „Freie Vier-Zimmer-Wohnungen in den begehrten Stadtteilen sind äußerst rar“, stellt Daniel Komar von GRK fest. Zu diesen stark nachgefragten Vierteln zählen traditionell das Musikviertel (Zentrum-Süd), das Waldstraßenviertel (Zentrum-Nordwest), Gohlis-Süd und die Südvorstadt. „Aber auch Plagwitz entwickelt sich hervorragend und ist eines der In-Viertel geworden“, sagt Makler Köngeter.

Stadt mit Aufholpotenzial
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