Trendviertel 2014: Lüneburg
Lukrative Alternative zur Großstadt

Eine täglich ausgestrahlte Telenovela macht die kleine Stadt bekannt. Zuzügler aus Hamburg lassen sie wachsen und machen die Wohnungen teurer. Zum Glück bieten aufgegebene Kasernengelände Platz für Neubauten.
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Wer mit einem Reiseführer durch Lüneburg geht, erfährt viel über den Salzbergbau und die Schäden, die er an den alten Wohnhäusern im Salzviertel angerichtet hat. Schiefe Giebel und vollkommen aus dem Lot geratene Hauswände sind nicht zu übersehen. An der Nicolai-Kirche in der Altstadt bleiben Reisgruppen stehen, um deren Backsteingotik zu bewundern. Doch über rote Rosen ist in keinem Reiseführer zu lesen, und einen Rosenzüchter wird der Lüneburg-Bummler allenfalls zufällig treffen.

Und doch haben "Rote Rosen" der Stadt mehr Aufmerksamkeit gebracht, als es ein noch so dickes Stadtmarketing-Budget je vermocht hätte. Denn zweimal in der Woche wird in und um Lüneburg für die täglich von der ARD im Hausfrauen-Fernsehen um 14.10 Uhr ausgestrahlte Herz-Schmerz-Serie "Rote Rosen" gedreht - zur großen Freude der Touristen häufig "Am Stintmarkt". Dort, wo Lüneburger ausgehen und über die Ilmenau auf den 1797 als Holzfachwerkbau errichteten Alten Kran schauen, werden dann unablässig die Bildspeicher der Handykameras mit Schnappschüssen der Schauspieler vollgepumpt.

"Es ist erstaunlich, wie viele Kunden ,Rote Rosen’ kennen und durch diese Sendung auf Lüneburg aufmerksam werden", wundert sich Frank Siewert, der für die Sparkasse Lüneburg Immobilien verkauft. Für das Geschäft der Makler ist das gut. In der Altstadt, in der häufig gedreht wird, sind die Durchschnittspreise und -mieten auf den ersten Blick niedrig. Das liegt offensichtlich daran, dass in der Durchschnittsbetrachtung von vdp Research unsanierte Wohnungen überwiegen.

Doch wenn es sich um eine modernisierte Wohnung in einem denkmalgeschützten Haus handelt, sind die Monatsmieten mit um die zehn Euro je Quadratmeter weit über dem Schnitt. "Der Neubau ist in Lüneburg für das, was er bietet, sehr günstig", zieht Reinhardt Bauer, Mitinhaber des Projektentwicklers Maszutt Bauer einen Vergleich. Rund die Hälfte aller Neubau-Eigentumswohnungen in Lüneburg wird zu Quadratmeterpreisen von 3.000 bis 3.500 Euro angeboten, wie eine Auswertung der Analysten von vdp Research ergab.

Trendviertel 2014 Die besten Lagen von Lüneburg im Stadtplan

Für Neubauten ist im altstädtischen Wasserviertel und im Roten Feld kaum Platz. Dafür aber auf dem 85 Hektar großen Gelände der ehemaligen Schlieffenkaserne, wo bereits mehrere Straßenzüge mit Einfamilienhäusern entstanden sind. Insgesamt 600 Wohneinheiten werden auf dem "Hanseviertel" getauften Gelände gebaut werden.

Die Monatsmieten pro Quadratmeter erwartet Makler Siewert zwischen neun und elf Euro. Der neue Stadtteil punktet bei den Interessenten mit seiner sehr guten Lage. Zehn bis 15 Minuten dauert es zu Fuß zum Hauptbahnhof - und mit dem Auto zur Umgehungsstraße, die auf die Autobahn nach Hamburg führt, sind es keine fünf Minuten.

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