Immobilienmarkt
Leben mit dem Boom

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Wichtig für Anleger

Anleger dürfen allerdings nicht außer Acht lassen, dass Immobilienmärkte mitunter volatil, also nicht risikolos sind. Viele Anleger verbinden mit Immobilien ein zumindest risikoarmes Investment. Dies ist aber tatsächlich nicht immer so, wie die Beispiele USA, Spanien und Irland schmerzhaft gezeigt haben. Und auch die massiven Wertverluste in Ostdeutschland nach der Wiedervereinigung lassen ahnen: Investments in Immobilien können sich auch als Verlustgeschäfte erweisen.

Häuser und Wohnungen sind nun einmal standortgebunden, ihr Erwerb ist mit hohen Transaktionskosten verbunden und erfordert meistens eine Fremdfinanzierung. All dies kann gerade für private Anleger gefährlich werden, auch bei Käufen in Toplagen und Universitätsstädten.

Bei den Immobilienmärkten in Universitätsstädten kommen zwei weitere Faktoren hinzu: Der aktuelle Aufschwung ist durch zwei vorübergehende Sondereffekte geprägt - die Verkürzung der Abiturausbildungszeit von neun auf acht Jahre und die Umstellung der Wehrpflicht auf eine Freiwilligenarmee. Beide Maßnahmen sorgen nur vorübergehend für zusätzliche Wohnungsnachfrage.

Auch die niedrigen Geburtenraten in Deutschland werden nicht für alle Zeiten durch Zuwanderer kompensiert werden. Diese demografische Last umfasst nicht nur das Risiko rückläufiger Einwohnerzahlen, sondern auch die Herausforderung eines notwendigen Umbaus zu einer seniorengerechten Wohnung. Ein solcher altersgerechter Umbau von Millionen Wohnungen dürfte ein milliardenschweres Investitionsprogramm erfordern. Ein Teil dieses Programms werden natürlich die privaten Investoren schultern müssen - ihnen entstehen also erhebliche Kosten.

Nicht zuletzt hat der Boom im Markt für privat genutztes Wohneigentum besondere Vor- und Nachteile. Zu den Vorteilen zählt: Wenn mehr junge Menschen in die eigene Immobilie investieren, können sie gleich auf zwei Wegen ihre private Altersvorsorge stützen: Sie sparen in der Regel einen höheren Teil ihres Einkommens - und könnten gleichzeitig auch einen höheren Anteil ihrer Ersparnisse in risikoreichere und damit auch renditeträchtigere Anlagen investieren.

Gesamtwirtschaftlich steht dem jedoch gegenüber, dass der Umzug aus einer Mietwohnung in die eigene Immobilie angesichts hoher Transaktionskosten die Mobilität von Arbeitnehmern verringern kann. Dies mag zwar gute nachbarschaftliche Verhältnisse fördern. Aber für die Arbeitsmärkte ist die eingeschränkte Mobilität der Arbeitnehmer eine Gefahr. Nicht zuletzt deshalb, weil die Arbeitgeber in vielen Fällen eine Mobilitätsprämie auf das Gehalt zahlen müssen.

Hinzu kommt: Verliert ein Arbeitnehmer in einer Stadt mit steigender Arbeitslosigkeit den Job, wird auch der Wert seiner Immobilie sinken. Wer solche Risiken scheut, für den bietet eine indirekte Immobilienanlage, also ein Immobilienfonds oder - aktienanlage, eine attraktive Alternative. Sie ermöglicht die Erhöhung der Immobilienquote, ohne dass der Anleger alles auf eine Karte setzen muss und sein Portfolio regelrecht zubetoniert.

Kommentare zu " Immobilienmarkt: Leben mit dem Boom"

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  • Immobilien sind ein gute Anlage, besonders fuer den Staat. Wenn der Geld braucht weiss er wo es was zu holen gibt, denn Immobilien koennen sich nicht verstecken oder ins Ausland fluechten. Bei den Rettungsorgien im Euro-Raum geht den Rettern irgendwann das Geld aus, dann kommt die Zwangsanleihe.

  • Neue Schuldner braucht das Land. Finden sich keine Deppen mehr stürzt das ganze Kartenhaus zusammen.

    Die margin debt sind schon beim 500 Mia angekommen und Immobilien werden noch ungesehen weggekauft. Eine hemmungslose Verschuldungsparty die ihren Kater schon noch bekommen wird.

  • Nach täglicher Werbung für Aktien nun tägliche Werbung für Immobilien?

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