Immobilienmarkt
Leben mit dem Boom

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Wichtig für Privatinvestoren

Privatinvestoren sollten daher berücksichtigen, dass sie durch eine selbst genutzte Immobilie nicht nur ihr Renditepotenzial kurzfristig erhöhen, sondern dafür eben auch einen Preis in Form höheren Risikos zu bezahlen haben. Längst nicht alle Marktakteure sind sich eines solchen Risikos bewusst. Darüber hinaus hat der Boom auf den Wohnungsmärkten die nationale und kommunale Wohnungspolitik aus ihrem jahrelangen Dornröschenschlaf geweckt. Alle Maßnahmen, die kurzfristig für zusätzlich erschwinglichen Wohnraum sorgen, sind notwendig - vor allem in den Ballungsgebieten. In vielen Städten gibt es "Nachverdichtungspotenzial" sowohl in die Höhe als auch in die Breite.

Planungskooperationen zwischen Städten und ihren Umlandgemeinden sind sinnvoll, damit Wohnungsmärkte nicht zufällig an willkürlich gezogenen Stadtgrenzen enden. Planungsprozesse sollten daher unter Beteiligung der relevanten Akteure erfolgen. Dies ist auch aus einem weiteren Grund notwendig: Die Reurbanisierung der vergangenen Jahre war nicht nur ein gesellschaftliches Phänomen geänderter Lebenspläne, sondern auch der verbesserten Erschwinglichkeit von Wohnraum in den Städten geschuldet. Dieser Grund für die Reurbanisierung hat durch den aktuellen Wohnungsmarktboom an Gewicht verloren.

Hier werden einige Familien, die gerne in den Städten geblieben wären, ihre zweitbeste Alternative an der Peripherie suchen. Erkennbar ist dies bereits daran, dass in der ersten Phase des Wohnungsmarktaufschwungs vor allem Wohnungspreise stiegen. Nun aber legen auch die Preise für Ein- und Zweifamilienhäuser zu. Andere Haushalte werden Abstriche bei der Wohnungsgröße machen - auch dies lässt sich bereits in Ballungsräumen erkennen. Gleichzeitig nimmt die Bauaktivität in vielen Städten zu. Die Zahl der Fertigstellungen lag 2013 in den meisten Städten zwar noch deutlich unterhalb der Werte des Jahres 2000 - im Durchschnitt aber schon um 20 Prozent über dem Niveau von 2009.

Diese Dynamik durch Baulandausweitung zu stärken ist das zentrale Gebot kommunaler und nationaler Wohnungspolitik. Erforderlich ist auch ein verstärkter Neubau von Immobilien, um die Verspannungen auf einigen Vermietungsmärkten zu mildern. Mietpreisbremse und Maßnahmen zum Schutze einzelner Milieus wirken ebenfalls in Richtung geringerer Mietsteigerungen. Sowohl die Mietpreisbremse als auch Maßnahmen zum Milieuschutz schaffen allerdings nicht per se zusätzliches Angebot. Sie mindern darüber hinaus innerstädtische Strukturänderungen; einige der nun geschützten Milieus sind ja noch vergleichsweise jung.

Die Gefahr ist jedenfalls nicht von der Hand zu weisen, dass staatlicher Interventionismus Marktmechanismen schwächt und so wichtige Signale und wertvolle Informationen über zukünftige Knappheiten verloren gehen. Die OECD hat bereits vor dem Inkrafttreten der Mietpreisbremse belegt, dass der deutsche Mietwohnungsmarkt zu den am stärksten regulierten Mietwohnungsmärkten in Europa zählt.

Insofern stellt sich die Frage, ob die sehr weit reichenden wohnungspolitischen Eingriffe angesichts der regional beschränkten und möglicherweise nur vorübergehenden Anspannung der Mietwohnungsmärkte angemessen waren. Andere, häufig eher kommunalpolitische Maßnahmen ergeben indes gerade dann Sinn, wenn im Mittelpunkt die Angebotsausweitung und Kosteneinsparung bei der Bereitstellung von Immobilien steht.

Über den Autor: Tobias Just ist Professor für Immobilienwirtschaft in Regensburg und wissenschaftlicher Leiter der IREBS Akademie für Immobilien. Der Autor selbst wohnt in zentraler Lage in Frankfurt am Main.

Kommentare zu " Immobilienmarkt: Leben mit dem Boom"

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  • Immobilien sind ein gute Anlage, besonders fuer den Staat. Wenn der Geld braucht weiss er wo es was zu holen gibt, denn Immobilien koennen sich nicht verstecken oder ins Ausland fluechten. Bei den Rettungsorgien im Euro-Raum geht den Rettern irgendwann das Geld aus, dann kommt die Zwangsanleihe.

  • Neue Schuldner braucht das Land. Finden sich keine Deppen mehr stürzt das ganze Kartenhaus zusammen.

    Die margin debt sind schon beim 500 Mia angekommen und Immobilien werden noch ungesehen weggekauft. Eine hemmungslose Verschuldungsparty die ihren Kater schon noch bekommen wird.

  • Nach täglicher Werbung für Aktien nun tägliche Werbung für Immobilien?

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