Nebenkosten bei Mietwohnungen
„Jede zweite Abrechnung ist falsch“

20 Millionen Mieter erhalten in diesen Tagen per Post die Aufstellung ihrer Nebenkosten. Aufreger sind programmiert: Denn häufig werden mehr Posten abgerechnet als erlaubt. Mieter sollten die Schreiben genau checken.
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BonnDieser Vermieter hatte einen Putztick: Zweimal pro Woche ließ er eine Reinigungsfirma das Treppenhaus seiner Apartmentanlage schrubben, alle drei Monate die Fenster im Treppenhaus. Entsprechend hoch fiel die Nebenkostenabrechnung der Mieter aus, die dafür aufkommen mussten – bis einer von ihnen dagegen klagte und Recht bekam. Einmal putzen pro Woche reicht, entschied das Amtsgericht Regensburg.

Zwar sind die Reinlichkeitsansprüche dieses Vermieters eher unüblich. Ungerechtfertigte Posten auf der Nebenkostenabrechnung seien aber keinesfalls eine Ausnahme, sagt Dietmar Wall vom Deutschen Mieterbund. Etwa die Hälfte der Abrechnungen sei falsch oder zumindest klärungsbedürftig.

Häufigster Fehler: Es würden Posten als Betriebskosten auf den Mieter abgewälzt, die dort nicht hingehörten, sagt Wall. So ließ zum Beispiel ein Vermieter die Standfestigkeit von Bäumen auf einem Grundstück prüfen und legte die Rechnung von rund 200 Euro als Betriebskosten auf den Mieter um. Zu Unrecht, entschied das Amtsgericht Bottrop.

Was der Vermieter tatsächlich in die Nebenkostenabrechnung schreiben darf, regelt die Betriebskostenverordnung. Sie listet 16 Posten auf, darunter etwa die Kosten für die Wasserversorgung, den Betrieb der Heizanlage, die Müllbeseitigung, die Straßenreinigung oder die Gartenpflege. Der Vermieter hat allerdings die Möglichkeit, darüber hinaus sonstige Betriebskosten umzulegen. Das können Aufwendungen zum Erhalt von Gemeinschaftsanlagen sein, wie zum Beispiel die Reinigung von Dachrinnen, Kosten für Rauchmelder oder die Prüfung von Feuerlöschern.

Doch gerade bei den sonstigen Betriebskosten kommt es am häufigsten zum Streit. Vielen Hauseigentümern sei nicht klar, dass sie nur Posten als Betriebskosten abrechnen könnten, die im Mietvertrag aufgeführt seien, sagt Wall. Und auch dann sei der Kreativität der Vermieter nicht automatisch Tür und Tor geöffnet, erklärt Katharina von Knop vom Dienstleister Mineko, der im Auftrag von Mietern und Vermietern Nebenkostenabrechnungen überprüft.

So könnten Kosten für die Verwaltung des Gebäudes oder für seinen Erhalt sowie Reparaturen grundsätzlich nicht auf den Mieter umgelegt werden.

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Welche Fehler Vermieter machen

Kommentare zu " Nebenkosten bei Mietwohnungen: „Jede zweite Abrechnung ist falsch“"

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  • Schade liebes Handelsblatt, dass Sie sich auf das polemische Niveau der Bildzeitung herablassen .. Ihnen sollte bewusst sein, das 2/3 der deutschen Mietwohnungen von Privatpersonen (wobei die Mehrzahl weniger als 3 Wohnung Ihr Eigentum nennt) vermietet werden - diesem Personenkreis vorsätzlich Betrug zu unterstellen, der sich bei der Nebenkostenabrechnung absichtlich bereichern möchte, hat wohl Nichts mehr mit seriöser Berichterstattung zu tun.

    Artikel dieser Art führen dazu, dass die Mieter aufgestachelt werden, bewusst die Konfrontation mit dem Vermieter zu suchen und Zahlungen nicht zu leisten (obwohl Sie dazu verpflichtet sind). Leittragende sind die Vermieter, die meist eine Auseinandersetzung - obwohl oftmals die Kritik an der Nebenkostenabrechnung unbegründet ist - scheuen und sich auf einen Vergleich einigen. Mietervereine mit unverschämten Schriftwechsel (z.B. Zitat "grob fehlerhafte Abrechnung" wegen eines Betrages in Höhe von 13,52 wegen einer Emmissionsmessung) tragen ihr Übriges dazu bei ...
    Somit sind die Mieter die eigentlichen Kriminellen, die auf dies Art und Weise Ihre Nebenkosten zu drücken versuchen ... und wer sagt denn, dass der Vermieter so wie ich zukünftig weiter in finanzielle Vorleistung z.B. durch den Einkauf großer Mengen Heizöl zu günstigen Preisen --> zum Wohle der Mieter gehen muss.

  • Alle Jahre wieder:

    Jedes Jahr wird die Mär der angeblich falschen Nebenkostenabrechnung wiederholt, die suggeriert das Vermieter böhse Menschen seien. Ich wundere mich warum das HB auch noch in diese Tröte vom Mieterbund hinein tutet. Eine seröse Berichterstattung sieht anders aus.

    Die vom Mieterbund immer wieder ausgegebene Parole ist ungefähr so zutreffend wie
    'Jede 2. Steuererklärung ist falsch' ,

    Fehler können schon in der Abrechnung sein, aber wenn dann liegt es an der vom Gesetzgeber
    verursachten Komplexität der Abrechnung, die dazu führt das formale Fehler leicht pasieren können. Nicht aber wie in Ihrem Artikel unterstellt in betrügerischer Absicht.

    Berichten Sie doch mal über die Vorschriften bei der NK Abrechnung . Dann könnte die Schlagzeile vieleicht mal lauten:

    'Unnötig komplexe Vorschriften führen zu fehlerhaften NK Abrechnungen. '

    Wenn Sie darüber kritisch berichten würden wie komplex die Abrechnung mittlerweile ist, dann würde das eine breite Leserschaft interessieren.

    Grüsse


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