Trotz neuer Steuern
Luxushäuser in London sind heiß begehrt

Superreiche in London lassen sich durch die neuen Steuern nicht vom Häuserkauf abschrecken. Aus Sorge vor der Schuldenkrise in Europa setzen sie auf hochwertige Immobilien als Geldanlage mit solider Wertsteigerung.
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LondonVermögende Hauskäufer zeigen sich von den neuen Immobiliensteuern in Großbritannien weitgehend unbeeindruckt. Die Preise von Luxushäusern in London werden sich daher besser entwickeln als der übrige britische Markt für Wohnimmobilien, erwartet Knight Frank.

Im teuersten Marktsegment werden die Preise in diesem Jahr um bis zu fünf Prozent zulegen, schätzt der Londoner Makler. Das betrifft Häuser und Wohnungen, die zehn Millionen Pfund (zwölf Millionen Euro) oder mehr kosten. Im vergangenen Jahr kletterte ihr Wert um 6,9 Prozent. Hintergrund war der zunehmende Wettbewerb der Käufer um immer weniger Objekte.

“Das Angebot ist in diesem Segment sehr stark begrenzt”, schreibt Liam Bailey, Leiter Wohnungsmarkt-Analyse bei Knight Frank. “Die Anzahl an sehr wohlhabenden, potenziellen Käufern hat im Laufe der vergangenen zwei Jahre sehr stark zugelegt und dürfte bis ins Jahr 2013 hinein steigen.”

Londons hochwertige Immobilien ziehen vor allem Käufer an, die nach Anlagen suchen, deren Wert trotz der Schuldenkrise in Europa und der wirtschaftlichen und politischen Spannungen im Nahen Osten zugenommen hat. Die Nachfrage nach Wohneigentum im höchsten Preissegment sei ungebrochen, während der Preisanstieg bei Immobilien, die im Schnitt 3,7 Millionen Pfund kosten und von Knight Frank als Luxushäuser eingestuft werden, nachgelassen habe.

Der Makler hat in den neun Monaten bis September 1998 Immobilien mit einem Preis von 10 Millionen Pfund oder mehr vermittelt. 2011 waren es 94 und 2010 nur 74 Transaktionen.

Viele Immobilien im teuersten Marktsegment gehören Briefkastenfirmen mit Sitz in Steuerparadiesen wie den Kaimaninseln. Mit ihrer Hilfe wollen Vermögende Transaktionsgebühren vermeiden und ihre Anonymität wahren. Der britische Schatzkanzler George Osborne hatte bei seinem Haushaltsplan vom März 2012 genau diese Firmen ins Visier genommen, um das britische Rekorddefizit einzudämmen.

Osborne führte damals eine Art Grunderwerbssteuer von 15 Prozent auf alle Immobilien ein, die von Unternehmen mit Sitz im Ausland erworben werden. Die Abgabe für alle Häuser, die für mehr als zwei Millionen Pfund den Besitzer wechseln, wurde von fünf Prozent auf sieben Prozent erhöht.

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Steuererhöhungen waren drastischer erwartet worden

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