Überangebot an Verkaufsfläche lässt Mieten sinken
Berlin setzt weiter auf neue Konsum-Tempel

In Berlin ist gut einkaufen: auf Kudamm und Tauentzien, in der Friedrichstraße und den Hackeschen Höfen, in der Rosenthaler oder der Neuen Schönhauser Straße, der Wilmersdorfer und der Schlossstraße. Nicht zu vergessen die rund 30 Einkaufszentren, die sich über ganz Berlin verteilen. Wie kaum anderswo zerfällt die Einkaufsstadt Berlin in viele kleine Einzelstandorte

HB/wik DÜSSELDORF.„Der Markt ist atomisiert“, sagt Andreas Kogge, Geschäftsführer von Kemper's City Makler in Berlin. Zwar sei das Einzelhandelsgeschehen seit jeher stark auf die Bezirke konzentriert gewesen, doch insbesondere die Inflation der Shopping-Center mache den gewachsenen Einkaufsstraßen mächtig zu schaffen. „Die Spandauer Altstadt funktioniert nicht mehr, auch Karl-Marx-Straße, Tempelhofer Damm oder Turmstraße im Süden haben große Probleme.“

Fast eine halbe Million Quadratmeter überschüssige Einkaufsfläche zählen die Statistiker. Gemessen an der Kaufkraft der Berliner Bevölkerung würden die insgesamt 4,2 Mill. Quadratmeter Einzelhandelsfläche bis ins Jahr 2010 ausreichen, um die Hauptstadtbewohner mit einem angemessenen Warenangebot zu versorgen, so der Gesamtverband des Berliner Einzelhandels (GdE) in seinem aktuellen „Zentrenatlas“.

Dennoch wird munter weiter geplant: 62  000 Quadratmeter Fläche sollen am Alexanderplatz entstehen, allein 36  000 will der portugiesische Shoppingcenter-Multi Sonae mit seiner „Banane“ an Gruner-, Dircksen- und Alexanderstraße beisteuern. Und auch im Westen der Stadt wollen sich Entwickler nicht lumpen lassen: Der „Zoobogen“ am Hardenbergplatz/Budapester Straße, das „Schimmelpfenghaus“ und eine Passage im Haus Cumberland sind hier die derzeit wichtigsten Einzelhandelsbaustellen.

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