ULI
Kein Risikoschirm für Wohnungsgesellschaften

Die Finanzkrise trifft auch Investoren, die Wohnungsbestände von Kommunen gekauft haben. Die aber lehnen es ab, ähnlich wie der Staat Garantien zu geben oder gar die Wohnungen wieder zurückzukaufen. Vielen Stadtteilen drohen massive Probleme.

HB MÜNCHEN. Deutschlands Städte wollen die Lebensqualität ihrer Bewohner heben. Dazu sind Investitionen in die Infrastruktur und die Wohnqualität nötig, machten Vertreter deutscher Großstädte auf einer Veranstaltung des Urban Land Instituts Gerany (ULI Germany) auf der Immobilienmesse Expo in München deutlich. Das ULI ist eine private Forschungseinrictung der Immoblienwirtscahft ohne Gewinnerzielungsabsicht.

Allerdings trifft die Finanzkrise auch die Städte. So treffen steigende Zinsen die Kommunen, aber auch jene Finanzinvestoren, an die manche Städte ihre Wohnungen verkauft haben. Hohe Zinsen und nicht verlängerte Kredite könnten diese Finanzinvestoren in die Pleite treiben. Einen Risikoschirm, wie ihn die Bundesregierung über die privaten Spareinlagen gespannt hat, wird es für solche Wohnungsgesellschaften nicht geben. "Es ist nicht denkbar, dass Städte ihre früheren Bestände zurückkaufen", sagte Angelika Volquartz, Oberbürgermeisterin der Stadt Kiel. "Das Geld ist nicht da." Es werde auch nicht möglich sein, Bürgschaften zu übernehmen. Kiel, Berlin, Dresden und viele weitere Städte haben Wohnungen privatisiert.

Das Problem für die Städte: Fehlt den Eigentümern das Kapital zur regelmäßigen Instandhaltung und Modernisierung, verwahrlosen betroffene Stadtteile und drohen zu sozialen Brennpunkten zu werden. Dass hochverschuldete Finanzinvestoren von der Insolvenz bedroht sind, zeigt das Beispiel Level One. Die Gesellschaft mit rund 28 000 Wohnungen in Berlin und anderen ostdeutschen Städten meldete vor sechs Wochen Insolvenz an.

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