Umsatzsteigerung
Bau-Boom hält an – Angst vor Mietpreisbremse

Die deutsche Baubranche rechnet für das laufende Jahr mit einer Umsatzsteigerung von 3,5 Prozent. Im kommenden Jahr soll es sogar noch besser laufen. In anderen Ländern Europas sind die Aussichten dagegen nicht so rosig.
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BerlinIn der deutschen Baubranche laufen die Geschäfte einer Studie zufolge derzeit recht gut. Die Umsätze dürften in diesem Jahr um 3,5 Prozent steigen und 2015 um weitere gut fünf Prozent, wie der Kreditversicherer Euler Hermes am Dienstag mitteilte. „Das Baugewerbe in Deutschland boomt – entgegen dem allgemeinen Trend in Europa“, sagte Ludovic Subran, der Chefökonom der Euler Hermes Gruppe.

Grund sei vor allem der anhaltend positive Trend am Wohnungsmarkt. Ferner dürfte die Zahl der Firmenpleiten weiter abebben. „Die Zahlungsmoral in der Baubranche verbessert sich zunehmend, das Risiko eines Ausfalls bleibt dennoch hoch“, ergänzte Risikovorstand Thomas Krings. „Wir rechnen 2014 mit drei Prozent weniger Insolvenzen und einem weiteren Rückgang von fünf Prozent im kommenden Jahr.“

Zu schaffen machen den Bauunternehmen laut Studie die steigenden Material- und Energiepreise, die zu vergleichsweise geringen Gewinnmargen von rund sechs Prozent führten. Das größte Risiko für das künftige Wachstum sei neben einer Immobilienblase die von der Koalition geplante Mietpreisbremse. In Frankreich habe ein ähnlicher Schritt zu einem Rückgang neuer Bauprojekte und auch zu weniger Baugenehmigungen geführt.

Die Baubranche hatte im ersten Halbjahr ihren Umsatz um fast 13 Prozent zum Vorjahr gesteigert und dabei vom milden Winter profitiert. Der Industrieverband HDB peilt für das Gesamtjahr ein Plus von 4,5 Prozent an und hält an seiner Prognose fest. „Es muss schon schlimm kommen im zweiten Halbjahr, wenn wir das nicht erreichen sollten“, sagte HDB-Chefvolkswirt Heiko Stiepelmann zu Reuters.

Allerdings hätten die gesamtwirtschaftlichen Risiken zugenommen. Die Ukraine-Krise etwa könne sich indirekt auch auf den Bau auswirken, falls sich das Verarbeitende Gewerbe mit Investitionen zurückhalte. „Wir sind gespannt, was im Herbst für Auftragsstornierungen kommen.“

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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