Umstrukturierung
Profi-Investoren gesucht

FRANKFURT. Aus der für das Geschäft mit offenen und geschlossenen Immobilienfonds verantwortlichen DB Real Estate wurde die Rreef Alternative Investments. Rreef ist der Markenname der Deutschen Bank für alle Immobilienanlageaktivitäten, Infrastruktur-, Private-Equity- und Hedge-Fonds-Anlagen. Rreef steht für Rosenberg Real Estate Equity Fund, einen von der Deutschen Bank vor einigen Jahren übernommenen amerikanischen Immobilienvermögensverwalter. Rreef verwaltet ein Immobilienvermögen von 57,1 Mrd. Euro und ist damit nach einer Untersuchung von Inrev, der europäischen Vereinigung nicht börsennotierter Immobilienfondsgesellschaften, weltweit zweitgrößter Immobilien-Asset-Manager.

Mit der Integration in Rreef änderten sich auch Investmentprozesse. Während zu DB-Real-Estate-Zeiten der Manager eines deutschen offenen Fonds, Objekte etwa in den USA selbst kaufte, überlässt er dies heute seinen amerikanischen Kollegen. „Wir spezifizieren, was wir suchen. Die Akquisition erfolgt durch das Team vor Ort“, erläutert Rreef-Deutschland-Chef Holger Naumann in einem Gespräch mit dem Handelsblatt die neue Strategie.

Die Rreef-Angebote erstrecken sich von sogenannten Core- bis Value-Added-Investments. Typische Core-Investoren, also solche, die voll vermietete Gebäude mit lang laufenden Mietverträgen kaufen, sind deutsche offene Immobilienfonds. Am oberen Ende der Risikoskala rangieren die Value-Added-Fonds. Sie nehmen bewusst hohe Leerstände in Kauf, die sie durch Aufwertung der Gebäude abbauen oder sie investieren gleich in Projektentwicklungen. Solche Fonds bleiben institutionellen Kunden vorbehalten. „Unser Geschäft mit institutionellen Kunden wird in den nächsten Jahren überdurchschnittlich wachsen“, kündigt Naumann an.

Zu den Profi-Produkten zählen die Spezialfonds nach dem deutschen Investmentgesetz. Rreef ist mit sechs Fonds im Markt, die 1,4 Mrd. Euro verwalten und eine weitere Mrd. investieren werden. Weil in Luxemburg weniger strenge Anlagegrenzen gelten, wechselten jüngst deutsche Anbieter mit ihren neusten Produkten über die Grenze nach Luxemburg. Zurzeit gebe es bei Rreef keine Pläne für Luxemburg-Fonds, sagte Naumann. Er will mit der Entscheidung warten, bis das neue deutsche Investmentgesetz steht. Das Gesetz soll weniger strenge Anlageregeln enthalten.

Die Sanierung der Publikumsfonds ist abgeschlossen. Der Grundbesitz-Europa, früher Grundbesitz-Invest hat sich gesundgeschrumpft, seit er im März 2006 nach dreimonatiger Schließung wegen Neubewertung der Immobilien wieder an den Markt ging. Seitdem hat er 96 Gebäude im Wert von 4,3 Mrd. Euro verkauft und dabei einen Mehrerlös gegenüber den Verkehrswerten von 410 Mill. Euro erzielt. Heute hat der Fonds nur noch ein Immobilienvermögen von 2,3 Mrd. Euro. Verkauft wurden vor allem auch verwaltungsintensive kleine Objekte. Der Anteil der großen und teuren Gebäude hat gewaltig zugenommen – wie auch bei manchen anderen Gesellschaften (siehe Grafik).

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