Umzugsstudie

Deutsche wollen geselliger und ländlicher Wohnen

Immer mehr Menschen ziehen in Deutschland um – nicht nur in die Ballungsgebiete. Dabei nimmt der Anteil von Singlewohnungen ab. Erlebt das ländliche Einfamilienhaus eine Renaissance?
Die Zahl der Ein-Personen-Haushalte ist im vergangenen Jahr deutlich gesunken. Quelle: Imago
Immer mehr Deutsche ziehen zusammen

Die Zahl der Ein-Personen-Haushalte ist im vergangenen Jahr deutlich gesunken.

(Foto: Imago)

Im Auftrag der Deutschen Telekom hat das Marktforschungsinstitut „Umzug AG“ 1000 Bürger nach ihrer Wohnsituation befragt. Der alle zwei Jahre erscheinende Bericht zeigt „ungewöhnlich turbulente“ Veränderungen, wie die Autoren schreiben.

Der repräsentativen Umfrage zufolge fanden 2015 fast 14 Millionen Umzüge statt, ein Anstieg um 26 Prozent gegenüber 2013. Bemerkenswert ist der deutliche Rückgang der Ein-Personen-Haushalte: Für diese Wohnform entschieden sich 23 Prozentpunkte weniger als vor zwei Jahren.

Gefragter dagegen sind Haushalte mit zwei oder mehr Bewohnern: Die Wohnung zu zweit verzeichnet einen Zuwachs von acht Prozentpunkte, Haushalte mit drei oder mehr Bewohnern sogar einen von 16 Prozentpunkten gegenüber 2013.

Hier steigen die Mieten am stärksten
Platz 8: Frankfurt
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Ausgerechnet in Deutschlands Finanzmetropole fiel der Preisanstieg im ersten Halbjahr 2016 am geringsten aus: Hier stiegen die Mieten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,3 Prozent auf 13,30 Euro pro Quadratmeter im Monat. Im Vergleich zum Jahr 2004 allerdings liegt das Niveau heute um 33 Prozent höher – damit rangiert Frankfurt im Städtevergleich auf Platz 5.

Platz 7: Stuttgart
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In der baden-württembergischen Landeshauptstadt lagen die Angebotsmieten im ersten Halbjahr 2016 bei durchschnittlich 12,55 Euro pro Quadratmeter im Monat – ein Anstieg von 5,2 Prozent zum Vorjahr. Der Zwölfjahresvergleich zeigt: Gegenüber 2004 müssen Mieter heute 44 Prozent mehr zahlen – des bringt Stuttgart die Bronzemedaille unter den acht untersuchten Städten ein.

Platz 6: Berlin
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Vergleichsweise günstig bleibt Berlin: Der Aufwärtstrend der Mieten in der Hauptstadt ließ 2015 etwas nach, auf Jahressicht steigen die Mieten hier im Schnitt um 5,4 Prozent auf 9,55 Euro pro Monat und Quadratmeter. Ganz anders die Bilanz nach zwölf Jahren: 2004 wurden in Deutschlands Hauptstadt noch Wohnungen für sechs Euro Miete pro Quadratmeter angeboten. Heute sind es fast 60 Prozent mehr – der höchste in den acht Städten gemessene Anstieg.

Platz 5: München
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Was die Steigerungsrate bei den Mieten betrifft, rangiert die Bayernmetropole mit einem Plus von 6,2 Prozent nur auf dem fünften Rang. Absolut betrachtet bleibt München aber die mit Abstand teuerste Stadt Deutschlands: Die Angebotsmieten kletterten binnen zwölf Monaten auf durchschnittlich 16,90 Euro pro Quadratmeter monatlich. Und auch auf Zwölfjahressicht liegt die Landeshauptstadt mit einem Plus von 52 Prozent nur knapp hinter Berlin.

Platz 4: Leipzig
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Dass Leipzig eine ostdeutsche Vorzeigestadt ist, zeigt sich auch auf dem Wohnungsmarkt. Seit mehreren Halbjahren steigen die Mieten: Mit einem deutlichen Plus von 6,9 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres liegen sie mittlerweile bei 6,20 Euro pro Quadratmeter im Monat. Gegenüber 2004 fällt das Plus aber immer noch vergleichsweise moderat aus: Mit 27 Prozent erreicht Leipzig den vorletzten Platz im Langfristvergleich der acht Städte.

Platz 3: Hamburg
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Auch die Hansestadt gilt als besonders teures Pflaster zum Wohnen – bei durchschnittlichen Angebotsmieten von 11,50 Euro pro Quadratmeter ein richtiger Eindruck. Anders als in vielen anderen Städten sind die Mieten an der Alster aber erst jetzt – nach sieben Halbjahren der Stagnation – wieder kräftig gestiegen. Sie verteuerten sich auf Jahressicht um 6,3 Prozent. Auf Zwölfjahressicht summiert sich ein Plus von 40 Prozent, der vierhöchste im Städtevergleich.

Platz 2: Köln
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Mit einem Plus von 6,3 Prozent auf eine durchschnittliche Angebotsmiete von 10,55 Euro pro Quadratmeter monatlich erfuhr Köln den stärksten Mietanstieg seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 2004. Der Langfristvergleich fällt weniger drastisch aus: Der Mietanstieg summiert sich auf 21 Prozent – das ist der geringste Wert aller acht Städte.

Wie es zu diesen Verschiebungen kommt, erfasst die Studie nicht. Das Bestellerprinzip bei den Maklerprovisionen könnte die Umzugsbereitschaft erhöht haben, auch der starke Bevölkerungszuwachs durch Einwanderung dürfte eine Rolle gespielt haben, schätzen die Autoren. Zudem steigt die Zahl der Studienanfänger weniger stark an als noch 2013. Da Studenten eine Bevölkerungsgruppe sind, die überdurchschnittlich in Singlehaushalten wohnt, wirkt sich das ebenfalls aus.

Voraussichtlich wird es auch in den nächsten Jahren keinen Rückgang der Umzüge geben: 10,2 Millionen Deutsche planten im vergangenen Jahr einen Umzug.

Um zwei Prozent stieg der Anteil der Umzüge in den ländlichen Raum an. Eine Rolle spielen dürfte hierbei der Wunsch nach mehr, besserem und eigenem Wohnraum, den die Hälfte der Befragten als Umzugsgrund angab.

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