Unseriöse Anbieter
Die Tricks der Makler

Am Makler kommen Sie bisweilen schwer vorbei. Häufig nützlich, meist teuer – und immer noch gibt es unseriöse Anbieter. Bei diesen Tricks sollten Sie hellhörig werden.

Jörg Schnorrenberger, Makler aus Düsseldorf, kann lange und zornig aus dem Nähkästchen der halbseidenen Konkurrenz plaudern. "Nach wie vor reicht es für diesen Beruf, sich beim Amt einen Gewerbeschein zu holen – Qualifikation muss nicht sein. Allein im Einzugsgebiet der Industrie- und Handelskammer Düsseldorf kommen auf die knapp 200 in Verbänden organisierten Makler rund zehnmal so viele Freischwebende", schätzt der Vorsitzende des Rings deutscher Makler (RDM) in Nordrhein-Westfalen.

Seriöse Makler sind häufig in Verbänden wie RDM oder dem Immobilienverband Deutschland organisiert, akzeptieren deren Standesregeln und sind über Datenbanken mit anderen Anbietern vernetzt. Zudem können sie auf Kundenreferenzen verweisen. Trotzdem gut zu wissen:

Erstkontakt

Vorsicht vor Maklern, die nur per Handy erreichbar sind. Schauen Sie sich sein Büro an: Sieht das professionell aus?

Exposé

Sie bitten um detaillierte Unterlagen und bekommen keine? "Es gibt immer Unterlagen, der ist nur zu faul ins Bauamt zu gehen", warnt Schnorrenberger.

Vorschuss

Vorsicht, falls ein Provisionsvorschuss oder eine Aufwandsentschädigung verlangt wird. Honorar fließt seriös erst, wenn ein Immobilienkaufvertrag zustande kommt – und nicht vorher.

Bestand

Ein großes Angebot ist noch kein Qualitätskriterium: Unseriöse Anbieter nehmen jedes Objekt zu jedem Preis, um überhaupt etwas vorzeigen zu können.

Auftraggeber

Sind Sie sich sicher, dass Ihr Makler überhaupt den Verkaufsauftrag für Ihr Traumobjekt hat? "Unseriöse Anbieter rufen Inserenten aus Zeitungsannoncen an, die eine Immobilie suchen, zerren sie zu einem Objekt und halten die Hand zur Vorkasse auf", weiß der Düsseldorfer.

Falsche Auskünfte

"Nein, hier gibt es keinen Fluglärm; natürlich dürfen Sie das Dachgeschoss ausbauen" – Makler, die wissentlich mit falschen Infos ködern, machen sich strafbar. Der Gesetzgeber setzt Grundkenntnisse in Technik und Baurecht voraus.

Besichtigung

"Leider können wir heute den Keller nicht sehen, weil der Schlüssel fehlt" – nichts wie weg!

Druck machen

"Sie müssen sich schnell entscheiden, es gibt noch andere Interessenten." Gemach, seriöse Makler rechnen mit drei bis neun Monaten, bis ein klassisches Einfamilienhaus aus den Achtzigerjahren vermittelt ist – Tendenz steigend. Gern wird auch mit mehreren Nachfragern gepokert. Ganz fies: "Was zahlen Sie mir denn, wenn ich Ihnen die Angebotshöhe der anderen nenne und Sie beim Verkäufer an die erste Stelle der Kaufwilligen bringe?"

Verträge

Es gibt für Käufer und Verkäufer drei Arten von Maklerverträgen: Beim Allgemeinauftrag kann der Kunde gleichzeitig noch andere Makler beauftragen, für ihn auf Immobiliensuche zu gehen. Beim Alleinauftrag bindet sich der Verkäufer an einen Makler, kann aber weiterhin alleine einen Käufer suchen; beim qualifiziertem Alleinauftrag muss der Auftraggeber auch von ihm selbst gefundene Interessenten an den Makler verweisen.

Courtage

Die Courtage beträgt regional unterschiedlich drei bis sechs Prozent des Kaufpreises plus Mehrwertsteuer und wird erst bei Vertragsabschluss fällig. Sie kann vom Käufer oder auch von Käufer und Verkäufer je zur Hälfte verlangt werden. Wer zum Zeitpunkt des Verkaufs Eigentümer, Verwalter oder Verwandter des Käufers oder sonst wie mit ihm verflochten war, darf keine Courtage kassieren.

Der Kunde muss zahlen, wenn das Geschäft tatsächlich zustande gekommen ist und das Wirken des Maklers zumindest "mitursächlich", so der Gesetzestext, war. Ein Maklervertrag kann auch mündlich, sogar stillschweigend zustande kommen. Das kann schon der Fall sein, wenn Sie sich ein Exposé zuschicken lassen. Makler müssen Sie darauf aufmerksam machen.

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