Urlaubsdomizile
Italiens Fiskus bittet zur Kasse

Viele Ferienhausbesitzer werden in diesem Jahr erstmals steuerpflichtig, weil der Staat den Freibetrag des sogenannten Katasterertragswert herabsetzt. Wer nciht selbst aktiv wird, dem drohen Strafen von mehr als 100 Prozent.

MAILAND. In Italien drohen Feriendomizilbesitzern neue Steuerzahlungen. Ab diesem Jahr müssen auch viele ausländische Eigentümer von Wohnungen und Häusern Einkommenssteuer für ihre Immobilien zahlen.

Grund: Der italienische Staat hat die bisherige Grenze für den Freibetrag beim so genannten Katasterertragswert von 3 000 Euro auf 500 Euro herabgesetzt. Das heißt, dass alle diejenigen, deren Katasterertragswert – also der fiktive Ertrag auf eine Immobilie – bei mehr als 500 Euro liegt, eine Einkommenssteuererklärung in Italien abgeben müssen. 500 Euro Katasterertrag könnte je nach Lage durchaus schon einer kleinen Ferienwohnung entsprechen. Der Steuersatz liegt bei 23 Prozent des Gesamtbetrags des Katasterertragwerts – auf italienisch: Rendita catastrale.

„Von dieser Pflicht betroffen sind Ferienhausbesitzer auch dann, wenn die Immobilie nicht vermietet ist und sie keine Einkünfte aus Vermietung oder Verpachtung dieser Immobilie erzielen“, erläutert Robert Frei, Steuerberater in Südtirol von der Mailänder Kanzlei Jenny & Partners.

Viele Ferienhausbesitzer haben bereits Post vom italienischen Fiskus bekommen. Doch auch wer keinen Brief von der italienischen Finanzbehörde erhalten hat, muss sich rühren. „Der italienische Fiskus kann noch in sechs Jahren Nachzahlungen verlangen und wer nicht selbst aktiv wird, dem drohen Strafen von mehr als 100 Prozent“, warnt Frei.

Dabei drängt die Zeit: Bis zum 16. Juni dieses Jahres müssen die Hausbesitzer ihre Einkommenssteuer auf den Katasterertrag für das Jahr 2007 und die Vorauszahlung für das laufende Jahr bezahlen. Wer bis zum 16. Juli zahlt, wird mit einem Aufschlag von 0,4 Prozent bestraft. Die Steuererklärung selbst muss bis zum 30. Juni auf dem Postweg oder bei einer Bank eingereicht werden. Elektronisch kann sie bis zum 31. Juli abgegeben werden. Wenn die Steuererklärung erst innerhalb von 90 Tagen nach diesen Terminen eingereicht wird, ist sie zwar noch gültig, aber es kommen Strafzuschläge von 258 bis 1 032 Euro zur Anwendung.

Ausgenommen von der Einkommenssteuer auf den Katasterertrag ist nur, wer die Immobilie als ersten Wohnsitz nutzt. Der kann den Katasterertrag sogar von der Steuer absetzen. Aber das sind bei den Ausländern nur wenige.

Ein Vordruck der Steuererklärung in deutscher Sprache steht auf der Seite der Agenzia delle Entrate unter: » www.agenziaentrate.gov.it

Katharina Kort
Katharina Kort
Handelsblatt / Korrespondentin
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