Ursachen für Fogging nicht vollständig geklärt
Wer haftet bei Wohnungsgrauschleier?

Schmierige grau-schwarze Beläge in Häusern und Wohnungen sind ziemlich ekelig. Doch immer mehr Menschen klagen darüber, dass dieses Fogging genannte Phänomen in ihren vier Wänden auftritt. Vor allem wenn frisch renoviert wurde, breitet sich gehäuft der Grauschleier in der Wohnung aus. Vor allem Heizkörper, Fensterrahmen, Gardinen oder Tapeten an kalten Außenwänden sind von der Plage betroffen, berichtet die Quelle-Bausparkasse.

HB ELLWANGEN. Beim Streit um die Kosten der Schadensregulierung tendieren die Gerichte laut der Bausparkasse inzwischen eher zugunsten der Mieter. Demnach ist Fogging ein Wohnungsmangel, wenn die Ursache nicht geklärt werden kann. So gab das Landgericht Ellwangen einer Frau Recht, die wegen des Grauschleiers den Mietvertrag fristlos kündigte und für die verbleibende Zeit die Miete minderte (Az.: 1 S 244/00). Ähnlich urteilte in einem vergleichbaren Fall das Landgericht Berlin (Az.: 63 S 282/02).

Die genauen Ursachen für Fogging sind noch nicht vollständig geklärt. Das Bundesumweltamt nennt mehrere Einflussfaktoren: Zum einen können Bauprodukte mit schwerflüchtigen organischen Verbindungen wie Farben, Vinyltapeten oder Holzimitat-Paneele verantwortlich sein. Diese dürfen den Experten zufolge anders als Produkte mit leichtflüchtigen organischen Verbindungen als „lösemittelfrei“ verkauft werden. Dieses Prädikat suggeriert Umweltfreundlichkeit und ist heute ein Verkaufsargument.

Zudem steht die Energiespar-Verordnung (EnEV) in Verdacht, Fogging zu begünstigen. Weil heute gebaute Wohnungen aus Energiespargründen dicht sein müssen, ist der Luftaustausch eingeschränkt: Schwerflüchtige organische Verbindungen, insbesondere Weichmacherverbindungen, können nach einer Renovierung aus den Bauprodukten ausdünsten. Da sie in dichten Häusern schlecht nach draußen entweichen können, lagern sie sich als schwarzer Film an gefährdeten Stellen in der Wohnung ab. Insbesondere in Neubauten oder in frisch renovierten Wohnungen komme dies während der Heizperiode gehäuft vor.

Schwerflüchtige organische Verbindungen gasen, anders als ihre leichflüchtigen Pendants, zwar weniger stark, dafür aber längere Zeit (bis zu zwei Jahre) aus, wissen die Fachleute des Bundesumweltamts. Wenn im Winter geheizt wird, erhöht sich die Konzentration dieser Stoffe. Vermischen sie sich mit Staub und kommen noch andere Faktoren wie Wärmebrücken hinzu, entsteht Fogging.

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