US-Eigenheimmarkt
Mehr Hausbesitzer in den USA geraten in die Schuldenfalle

Immer mehr Amerikaner drohen ihre Häuser zu verlieren, weil sie ihre Kredite nicht mehr bedienen können. Wenn die Häuserpreise um weitere fünf Prozent fallen, werden zehn Millionen Hausbesitzer ihrer Bank mehr schulden, als ihr Heim wert ist. Auch das von der US-Regierung geplante Hilfspaket zur Stabilisierung des Eigenheimmarktes kommt ihnen nicht zugute.

Bloomberg NEW YORK. Mehr als 8,3 Millionen Eigenheimbesitzer in den USA schulden ihrer Bank mehr Geld, als ihr Haus heute noch wert ist. Das belegen Zahlen des Marktbeobachters First American Corelogic für das vierte Quartal 2008. Wenn die Häuserpreise weitere fünf Prozent nachgeben, droht zusätzlich 2,2 Millionen Hausbesitzern dasselbe Schicksal. Damit wäre ein Viertel aller amerikanischen Hypothekenschuldner in der Situation, dass die Höhe ihres Darlehens den Wert des damit gekauften Wohneigentums übersteigt. Die Eigenheimpreise sind in den USA im vergangenen Jahr drastisch zurückgegangen. Der S & P-Case-Shiller-Index, der die Preisentwicklung in den 20 größten Ballungsräumen abbildet, lag im Dezember 18,5 Prozent unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Am amerikanischen Wohnimmobilienmarkt wurden vergangenes Jahr 2,4 Bill. Dollar an Wert vernichtet. „Wir haben viel zu viel Angebot und nicht genug Nachfrage“, sagt Sam Khater, Volkswirt bei First American, einer Gesellschaft, die unter anderem Kreditberatung bietet. „Die Leute kaufen kein Haus, solange die Preise weiter fallen. Und jemand, der sich Sorgen um seinen Arbeitsplatz macht, kauft sowieso keins“, fügt er hinzu. Im Januar wurden so wenige Eigenheime aus dem Bestand verkauft wie seit 1997 nicht mehr, wie Zahlen des Maklerverbandes NAR zeigten. Häuser mit Vorbesitzer machen rund 90 Prozent der Objekte auf dem Markt aus. Die Zahl der neuen Häuser, die einen Käufer fanden, war so gering wie noch nie, seit das Wirtschaftsministerium die Statistik 1963 begonnen hat. Immer mehr Amerikaner drohen ihre Häuser zu verlieren, da sie ihre Kredite nicht mehr bedienen können. Die Zahl der Anträge auf Zwangsversteigerungen lag im Januar den zehnten Monat in Folge bei mehr als 250 000, belegen Daten des Immobilienmarkt-Beobachters Realty Trac. Zwar will Präsident Barack Obama insgesamt 275 Mrd. Dollar (218 Mrd. Euro) bereitstellen, um den Eigenheimmarkt zu stabilisieren. Hausbesitzern, deren Eigenheim besonders stark an Wert eingebüßt hat, kommt der Plan allerdings nicht zu Hilfe. Übersteigt die Hypothekenschuld den Wert ihres Heims um mehr als fünf Prozent, können sie voraussichtlich nicht auf staatliche Hilfe bei der Umschuldung zählen.

Nach Angaben des Bewertungsdienstes Zillow.com blieben damit mindestens 7,6 Millionen Hypothekenschuldner außen vor. „Keine der Maßnahmen reicht aus, um den Leuten zu helfen, deren Häuser unter dem Strich einfach keinen finanziellen Wert mehr für sie haben“, sagt Volkswirt Khater.

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