US-Häusermarkt
Auferstanden aus Ruinen

Vier Jahre nach dem großen Crash kommt der US-Immobilienmarkt allmählich zurück. Zu verdanken ist das vor allem niedrigen Zinsen und einer sich erholenden Wirtschaft. Doch es drohen bereits wieder Risiken. Ein Report.
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Palm Beach/New YorkWer den amerikanischen Traum sucht, der findet ihn zum Beispiel in Palm Beach Gardens. Die Straßen sind hier von gepflegtem Gras gesäumt, vor den freistehenden Häusern parken Geländewagen. Die einzigen Geräusche kommen von spielenden Kindern und dem leichten Ostwind, und über allem scheint die Sonne Floridas. Ein Wohnparadies für die Mittelschicht.

Kevin Kent sitzt im Wohnzimmer eines der Häuser in der Dahlia Avenue und ist bester Laune. „Vor ein paar Tagen erst habe ich das Haus an eine Familie vermitteln können“, sagt er, für 249.000 Dollar. Die Interessenten hätten ihm die Tür eingerannt. Kent, Schnauzer, kräftige Statur und fester Händedruck, ist seit 25 Jahren Immobilienmakler im Palm Beach County. Ein Job, der ihm derzeit besonders Spaß macht: „Die Geschäfte laufen gut“.

Das war nicht immer so. Die Gegend im Südosten Floridas war von der Immobilienkrise mit am härtesten getroffen worden: In den dunkelsten Zeiten waren die Preise um fast die Hälfte eingebrochen. „Das war Ground Zero hier“, sagt Kent. „Doch jetzt geht es wieder aufwärts“.

Der Makler bestätigt, was die verwirrend vielen Statistiken und Indikatoren seit einiger Zeit versprechen: Der amerikanische Immobilienmarkt ist auferstanden aus Ruinen. Rund vier Jahre nach dem großen Crash kommt er allmählich zurück.

Erst am Dienstag kamen die neuesten Zahlen des viel beachteten S&P/Case-Shiller-Hauspreisindex heraus. Demnach sind die Preise USA-weit im August um zwei Prozent angestiegen – so stark wie in zwei Jahren nicht mehr. 19 von 20 in dem Index erfassten Städte sahen in den vergangenen Monaten nur eine Richtung: nach oben.

„Die anhaltend guten Nachrichten stimmen optimistisch für die weitere Erholung des Häusermarktes“, so David Blitzer von S&P. Es gibt noch weitere ermutigende Daten.

Kommentare zu " US-Häusermarkt: Auferstanden aus Ruinen"

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  • @yoski
    es gibt billigere Unterbringungsmöglichkeiten: Stichwort "Zeltstädte". Viele Amerikaner sind total verarmt. Was für Preise zählt ist nicht nur das Angebot (man vergesse auch hier nicht den Punkt Zwangsversteigerung) sondern ebenso die Nachfrage. Die Preise müssen damit soweit fallen, daß es sich die betreffenden Leute, die eine Wohnung brauchen, auch leisten können - auch wenn der Preis letztlich unter den Baukosten bleibt (allenfalls wird dann so lange nicht gebaut). Im Moment hat offenbar im Wesentlichen die FED das Geld um Häuser zu "kaufen" - wenn der Häusermarkt sich bessern würde bräuchten sie wohl kaum mit QE3 einspringen (Hypothekenkäufe).

  • Märchenstunde im Handelsblatt.
    Nachdem China/BRIC als Retter der Welt zunehmend ausfallen, wird als nächstes Kaninchen das Märchen des Wirtschaftswachstums der USA recycled (there is no business like show business!) und aus dem Hut gezogen.
    Wie schön, daß es beim Handelsblatt solche begabten Journalisten gibt, die alles schon kompakt im Titel ausdrücken können. Dann braucht man den Artikel wenigsten nicht lesen und kann gleich auf die Kommentare gehen.

  • Der Immo Markt in den USA ist tatsaechlich im Aufwind. In 2006 habe ich an der Miami Skyline 46 Baukraene gezaehlt, gestern keinen einzigen. Seit 5 Jahren wurde nichts mehr gebaut und das alte Inventar ist aufgebraucht. Im Gegensatz zu Deutschland nimmt die Bevoelkerung der USA noch immer zu, viel durch Einwanderung. Also wird ueber lange Sicht auch mehr Wohnraum benoetigt. Die Preise lagen und liegen zur Zeit noch immer unter den Neubaukosten. Also werden sie weiter steigen, zumindest bis zur sogenannten replacement cost.

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