US-Hypothekenkrise
Zeit für Schnäppchenjäger

Der amerikanische Immobilienmarkt schwächelt: Zum ersten Mal seit Jahren stagnieren die Häuserpreise, in einigen Regionen fallen sie sogar. Doch die Hypothekenkrise ist nicht für alle von Nachteil: Sie nützt den Käufern und ruft Schnäppchenjäger auf den Plan.

STUTTGART. „Back to School“ – in den USA sind seit einigen Wochen die Sommerferien zu Ende und damit die wohl heißeste Zeit des Jahres für die Eigenheimmakler. Denn Hunderttausende US-Bürger ziehen jedes Jahr während der monatelangen Urlaubszeit um, oft auch aus ihrem Bundesstaat in einen anderen – und bevor die Kinder wieder in die Schule müssen, soll der Hauskauf in trockenen Tüchern sein. In diesem Jahr bedeutet das: Eine ohnehin schon schleppende Saison wird sich weiter verlangsamen. Der Immobilienmarkt schwächelt, viele Eigentümer können ihre Hypotheken nicht mehr abzahlen.

Doch nicht für alle ist diese Entwicklung von Nachteil. „Die Käufer kommen im Moment ganz gut weg“, sagt Walter Molony, Verbandssprecher der US-Maklergesellschaft NAR. „So groß wie jetzt war das Angebot seit Anfang der 90er-Jahre nicht mehr. Noch vor kurzem waren die Käufer oft frustriert, weil so wenige Objekte auf dem Markt waren, jetzt hat sich der Bestand in etwa verdoppelt.“

Dass die Häuserpreise zum ersten Mal seit Jahren stagnieren und in einigen Regionen sogar fallen, ruft vor allem eine Gruppe auf den Plan: die Schnäppchenjäger. Besonders findige Käufer wie die selbständige Immobilienveteranin Sylvia Davis aus New Jersey ergattern auch schon mal Einfamilienhäuser samt Grundstück zu Spottpreisen von 7 000 Dollar. „Ein guter Kauf, hat weniger gekostet als meine Uhr“, sagte Davis der Nachrichtenagentur AP. „Ich weiß, es ist völlig verrückt.“ In Las Vegas erzielen viele Objekte Preise von 20 bis 30 Prozent unter ihrem Marktwert. Auch in Detroit wechseln Häuser regelmäßig für 30 000 Dollar und darunter den Besitzer – weniger als der Durchschnittspreis der zahllosen Fords, Chryslers und GM-Autos, die in den örtlichen Fabriken vom Band laufen.

Die größten Schnäppchen gibt es oft bei Hausversteigerungen, die in den USA seit einiger Zeit beliebt sind. Oft, aber nicht immer handelt es sich dabei um Liegenschaftsverpfändungen – also um Häuser, deren Besitzer ihre Hypothek nicht mehr zurückzahlen können und die daher an die Gläubigerbank zurückgehen.

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