US-Immobilienmarkt
„Es wird noch ein Blutbad geben“

Die Krise des US-Immobilienmarkts sendet Schockwellen aus, die die Börsen weltweit in Turbulenzen stürzen. Händler fürchten, dass die Probleme der amerikanischen Hypothekenbanken auf den gesamten Bankensektor überspringen könnten. Experten sehen die Schuld für die Misere bei Kreditgebern - aber auch bei den Kreditnehmern, die das „Kleingedruckte“ ignorierten.

HB PHOENIX. Platzt der amerikanische Traum, kommt Renae Gorney ins Spiel. Das Telefon der Schuldnerberaterin klingelt unentwegt, Schon jetzt melden sich Monat für Monat mehr als 300 überschuldete US-Bürger bei Gorney an, die für Freedom Foreclosure Prevention Services in Arizona arbeitet - und sie glaubt nicht daran, dass die Nachfrage so schnell abebbt. „Es wird in diesem Jahr noch ein Blutbad geben“, prognostiziert sie düster.

Wenn die Preise für Wohnimmobilien fallen, haben viele Häuserkäufer kaum noch Möglichkeiten, Anschlussfinanzierungen zu finden und damit auslaufende Hypotheken zu bedienen. Der eine oder andere kommt dann schnell in Zahlungsverzug. Dazu kommt, dass viele Kredite einen variablen Zinssatz aufweisen. Das heißt: Die meisten müssen sich zu allem Überfluss auch noch auf höhere Zinsen einstellen.

Im dritten Quartal 2006 betrug die Ausfallrate aller Hypothekendarlehen 4,67 Prozent - nach 4,39 Prozent in den drei Monaten zuvor. Noch drastischer sieht es bei Zwangsversteigerungen aus: Hier kamen dem Immobilien-Dienst RealtyTrac zufolge 2006 42 Prozent mehr Häuser unter den Hammer als im Vorjahr. 2007 dürften es wohl noch einmal 20 bis 25 Prozent mehr sein, prognostiziert RealtyTrac.

Manche fürchten, dass dies die gesamte US-Wirtschaft in Mitleidenschaft zieht. In den vergangenen Jahren stütze sich das Wachstum in erster Linie auf den Konsum - zum guten Teil finanziert durch den boomenden Immobilienmarkt. An der Börse trifft die Krise zunächst vorrangig die Papiere aus dem Finanzsektor. „Alles, was mit Finanzierung zu tun hat, geht runter“, sagte ein Händler an der Frankfurter Börse am Mittwoch. „Bei einer Krise im Immobilienmarkt hängen die Banken logischerweise mit drin“, fügte ein anderer hinzu.

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