USA
US-Immobilienprojekte in Not

Die Krise auf dem US-Immobilienmarkt macht einen Strich durch die Rechnung deutscher Anleger in US-Immobilienfonds. Bauprojekte drohen zu misslingen, oder ihre Fertigstellung wird verschoben, so dass Ausschüttungen ausfallen oder zurückgestellt werden. Für neue Fonds finden sich nur schwer Anleger.

DÜSSELDORF. In den vergangenen fünf Jahren sammelten die Emittenten dieser Fonds umgerechnet 4,5 Mrd. Euro bei deutschen Investoren ein. Dies geht aus einer Studie über Beteiligungsmodelle des Analysehauses Feri Eurorating hervor. Ergänzt um Fremdkapital investierten die Fonds etwa zehn Mrd. Euro in Liegenschaften in den USA. Die Anleger zeichnen Beträge von 20 000 Dollar aufwärts an den Fonds.

Marktführer ist seit Jahren die Kölner Gesellschaft Jamestown, gefolgt von US-Treuhand in Darmstadt. Zu den Großen der Branche zählen auch die Münchener BVT sowie MPC in Hamburg.

Noch im Frühjahr 2006 war für Lothar Estein, Geschäftsführer der US-Treuhand, die Welt in Ordnung. Anleger rissen ihm die Anteile an dem geschlossenen US-Immobilienfonds UST XVI Victory Park aus den Händen. Damals war der "Victory Park" in Dallas das größte innerstädtische Bauprojekt in den USA, und Partner Hillwood zählte zu den angesehenen Projektentwicklern in den USA. Heute, dreieinhalb Jahre später, kann die Firma des einst milliardenschweren Unternehmers Ross Perrot junior ihre Verpflichtungen gegenüber dem Fonds nicht mehr erfüllen.

Noch vor wenigen Wochen drohte der Verlust der Anlegergelder in Höhe von rund 180 Mio. Dollar, weil Hillwood Kreditvereinbarungen verletzt hatte und es in der Folge den Banken möglich war, die Fondsimmobilien zu verwerten. Daher können die rund 1 600 Anleger nun als Erfolg verbuchen, dass es US-Treuhand-Geschäftsführer Estein binnen vier Wochen gelungen ist, Hillwood aus dem Geschäft zu drängen und mit einer Umschuldungsaktion die Banken wieder ins Boot zu holen. Auch Kapitalnachschüsse der Anleger sollen nicht nötig sein. Die Hillwood-Beteiligung von rund 104 Mio. Dollar geht an den Fonds über, im Gegenzug stellt der Fonds keine Ansprüche gegen Hillwood. Die neuen Kreditvereinbarungen geben dem Fonds bis 2012 Zeit, Victory Park mit verändertem Konzept und anderen Partnern auf ein solides finanzielles Fundament zu stellen. Wann die Anleger des Fonds allerdings Ausschüttungen erhalten werden, lässt Estein offen.

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