Verband mit Mietentwicklung unzufrieden
Hartz IV treibt Nachfrage nach billigen Wohnungen an

Das Arbeitslosengeld II wirkt sich nach Angaben der Immobilienwirtschaft auch auf dem Wohnungsmarkt aus.

HB BERLIN. Nach Angaben des Bundesverbands deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) suchen Mieter in den kommenden Jahren verstärkt kleine und preiswerte Wohnungen. „Durch Hartz IV ist die Nachfrage nach Ein- bis Zwei-Zimmer Wohnungen gestiegen“, sagte GdW-Chef Lutz Freitag am Mittwoch in Berlin.

So würden zum Beispiel Bedarfsgemeinschaften ihren Wohnraum trennen. In diesen Fällen entfällt die Unterhaltspflicht für den arbeitslosen Partner. Aber auch die vielfach sinkende Kaufkraft sorge für einen zunehmenden Bedarf an preiswerten Wohnungen, ergänzte Freitag. Die Wohnungsbaugesellschaften und -genossenschaften im GdW bewirtschaften rund 6,5 Millionen Einheiten und damit rund zwei Drittel der gewerblich angebotenen Mietwohnungen.

Mit der Entwicklung der Mieten ist der Verband unzufrieden. Im vergangenen Jahr seien die Netto-Mieten in den GdW-Mitgliedsunternehmen um 0,9 Prozent auf durchschnittlich 4,41 Euro pro Quadratmeter gestiegen und damit deutlich unterhalb der allgemeinen Teuerungsrate von zwei Prozent geblieben. Dagegen erhöhte sich der Aufwand für Heizung und Warmwasser um fast zwölf Prozent. Von Anfang 2000 bis zum April 2006 mussten die Mieter sogar 53 Prozent mehr für die warmen Betriebskosten aufbringen.

Der Abriss von Wohnungen in ostdeutschen Ländern geht unvermindert weiter. Im laufenden Jahr erwartet der Verband den Rückbau von über 43.000 Wohnungen, rund 1000 mehr als 2005. Damit wurden seit Beginn des Rückbauprogramms 1998 etwa 190.000 leer stehende Plattenbauten niedergerissen. Bis 2009 sollen es 350.000 Einheiten werden. Der Leerstand in den neuen Länder nimmt aufgrund dessen weiter ab. In diesem Jahr sinkt die Quote von 13,4 Prozent auf knapp zwölf Prozent. Ohne das Programm stünde fast jede fünfte Wohnung leer.

Ganz anders ist der Trend in den Ballungsgebieten des Westens. „Wohnungsnot ist feststellbar in der Region München“, erläuterte Freitag. Auch in Hamburg, Frankfurt am Main, im Stuttgarter Raum und am Niederrhein werde Wohnraum knapp. Insbesondere bei Mehrgeschossbauten gebe es eine Lücke zwischen Angebot und Nachfrage. Es würden viel zu wenige neue Mietwohnungen gebaut, warnte Freitag.

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