Verband wehrt sich gegen Vorwürfe
Deka-Skandal färbt auf Gutachter ab

Gutachter, die die Immobilien von offenen Fonds bewerten, wehren sich gegen den Vorwurf der Schönfärberei. „Wir schreiben die Performance nicht hoch“, sagt Gernot Archner, Geschäftsführer des BIIS Bundesverband der Immobilien-Investment- Sachverständigen.

HB DÜSSELDORF. Fondsimmobilien müssen von Gesetzes wegen einmal im Jahr von Sachverständigen bewertet werden. Ihre Bewertung fließt in die Berechnung der Anteilspreise ein. Kritiker warnen jedoch schon seit Monaten, die Wertansätze für die Fondsliegenschaften seien angesichts der schweren Immobilienkrise in Deutschland viel zu hoch. Wasser auf ihre Mühlen erhielten sie, als die Dekabank Immobilien des Deka Immobilienfonds zusätzlich vom Wirtschaftsprüfer Deloitte & Touch (D & T) bewerten ließ, und D & T dabei erheblichen Abwertungsbedarf feststellte. Sollten die Immobilien in vielen Fonds tatsächlich zu hoch bewertet seien kämen weitere Renditeeinbußen auf die Anleger zu. Schon jetzt beträgt die Einjahresrendite einiger Fonds weniger als zwei Prozent.

Die BIIS bietet nun der Dekabank an, die Gutachten von D & T und des Deka-Sachverständigenausschusses neutral zu prüfen. Dem Prüfungsgremium soll kein Deka-Sachverständiger angehören. Über das Ergebnis will die BIIS mit Dekabank, D & T und Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) diskutieren. Die Bewertungsdifferenzen können auch Folge unterschiedlicher Methoden sein. Die Fonds- Sachverständigen stellen die so genannte nachhaltig erzielbare Miete in den Vordergrund. Dieses Verfahren glättet hohe Preisausschläge über lange Betrachtungszeiträume. Bei anderen Methoden schlägt die aktuelle Immobilienkrise stärker auf das Ergebnis durch.

Die Performance eines Fonds setzt sich aus der Nettomiet-, Bewertungs- und Liquiditätsrendite zusammen. Die beiden ersten Komponenten haben den größten Einfluss auf den Anlageerfolg. Werden die Immobilien eines Fonds überwiegend abgewertet, wird die Bewertungsrendite negativ. Fallen die Abschläge besonders hoch aus, kann die Mietrendite dies nicht mehr ausgleichen. Nach Zahlen der DID Deutsche Immobilien Datenbank, die überwiegend auf Daten der Fonds basieren, bewegt sich die jährliche Nettomietrendite in Deutschland zwischen vier und fünf Prozent. Die Bewertungsrendite betrug 2003 im Mittel minus 2,4 Prozent.

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