Verbraucher könnten Kombi-Darlehen überprüfen lassen
Baufinanzierung mit Lebensversicherung oft teuer

Wer seine Immobilie über ein Darlehen finanziert, das an eine Kapital-Lebensversicherung gekoppelt ist, zahlt oft drauf. Dies berichtet die Verbraucherzentrale Sachsen. Ohne zusätzliche Steuervorteile sei diese Finanzierungsvariante teurer als klassische Hypothekenkredite, wissen die Verbraucherschützer.

Bei solchen Kombi-Finanzierungen tilgt der Darlehensnehmer während der Kreditlaufzeit keinen Cent. Stattdessen erfolgt die Tilgung am Ende der Laufzeit auf einen Schlag über eine während der Darlehenslaufzeit angesparte Kapital-Lebensversicherung.

Um zu wissen, was eine solche Kombi-Finanzierung tatsächlich kostet, müsse der Gesamtzins errechnet werden. Dieser berücksichtige auch die Lebensversicherung, für die von der Versicherungsgesellschaft niedrigere Zinsen gezahlt würden, als der Verbraucher für das Darlehen aufbringen müsse. Der Effektivzins der Gesamtfinanzierung sei deshalb höher als der Zinssatz für das Darlehen, wissen die Verbraucherschützer. Nur wenige Anbieter sorgten für ausreichende Transparenz und würden diesen tatsächlichen Effektivzins angeben.

Verbraucher könnten die Kombi-Darlehen von der Verbraucherzentrale gegen eine Gebühr überprüfen lassen. Wer vor Vertragsabschluss nicht über die Nachteile solcher Finanzierungsmodelle aufgeklärt wurde, habe möglicherweise Schadenersatzansprüche. Diese durchzusetzen, verlange aber von den Verbrauchern viel Kraft und Ausdauer, warnen die Experten.

Kombi-Finanzierungen aus tilgungsfreien Darlehen und Lebensversicherungen waren in der Vergangenheit vor allem für Kapitalanleger eine interessante Alternative, weil die Darlehenszinsen von der Steuer abgesetzt werden konnten, die Erträge aus der Lebensversicherung aber nach zwölf Jahren steuerfrei waren. Diese Regelung gilt aber nur noch für Lebensversicherungen, die bis zu 31. Dezember 2004 abgeschlossen wurden. Für alle danach abgeschlossenen Verträge gilt dieser Steuerspar-Trick nicht mehr. Auch Selbstnutzer konnten und können nicht davon profitieren, da es für eigen genutzte Eigenheime keine Steuervergünstigungen, sondern stattdessen die Eigenheimzulage gibt.

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